{"id":75,"date":"2019-07-13T16:10:52","date_gmt":"2019-07-13T14:10:52","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ahlebeyt-de\/?p=75"},"modified":"2019-07-14T22:16:45","modified_gmt":"2019-07-14T20:16:45","slug":"imam-ali-as","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.ikab.ch\/de\/archive\/75","title":{"rendered":"Imam Ali as"},"content":{"rendered":"<div class=\"post-content\">\n<p><strong>Imam Ali&nbsp; a.s<\/strong>Ali ist der Schwiegersohn Mohammeds und der erste von zw\u00f6lf Imamen. Er wurde etwa 599 n. Chr. in Mekka geboren. Er war etwa 30 Jahre j\u00fcnger als Mohammed, dessen Cousin v\u00e4terlicherseits er war. Da die eigene Sippe verarmte, nahm Mohammed, zwischenzeitlich reich durch die Heirat mit der Witwe Hatice, den Jungen bei sich auf und adoptierte ihn. Das gegenseitige Verh\u00e4ltnis war von einer geistigen Intimit\u00e4t getragen.Bei der ersten Offenbarung Mohammeds In der H\u00f6hle Hira 610 n.Chr. ist Ali dabei. Ali blieb zeitlebens sehr arm, was ein schweres Handicap gegen\u00fcber den reichen Prophetgef\u00e4hrten Abubakr, Omar und Osman war, denn diese konnten mit ihrem Reichtum Anhang unter dem riesigen Fl\u00fcchtlingsproletariat Medinas gewinnen.Die schiitische Tradition sagt, da\u00df Mohammed mehrfach Ali zum Nachfolger bestimmte. Einige Monate vor seinem Tod rief Mohammed auf dem Wege von Mekka nach Medina w\u00e4hrend seiner Wallfahrt vor hunderttausend Menschen Ali zum Nachfolger aus und lie\u00df Ali von den Massen und Prophetengef\u00e4hrten huldigen.W\u00e4hrend Ali mit der Totenw\u00e4sche und dem Begr\u00e4bnis Mohammeds besch\u00e4ftigt war, machte die Omayyadengruppe Abubakr, Omar, Osman einen Staatsstreich und rief Abubakr zum Kalifen aus. Die Putschistengruppe hatte die Fl\u00fcchtlinge, die Mekkaner und den medinensischen Stamm hinter sich, Ali hatte in der entscheidenden Stunde nur den mekkanischen Clan Haschem hinter sich und einen Fremdling, n\u00e4mlich Salman den Perser (salman Farsi).Ali verweigerte mit 17 Getreuen den Lehnseid f\u00fcr Abubakr. Fatima (Alis Frau und Mohammeds Tochter) versuchte zun\u00e4chst, die zwei einheimischen medinensischen St\u00e4mme f\u00fcr Ali zu gewinnen. Abubakr und Omar erkannten die Gefahr und lie\u00dfen Fatima, die schwanger war, von einem Rollkommando schwer verpr\u00fcgeln. Fatima erlitt eine Fehlgeburt und starb. Der Vorfall war sechs Monate nach dem Tode Mohammeds. Die Ermordung der Fatima war eine Warnung an Ali. Danach legte Ali den Lehnseid an Abubakr ab.Abubakr herrschte von 632 bis 634 und bestimmte Omar zum Nachfolger. Dieser, von 634 bis 644 regierend, hatte das Prestige, eine ungeheure Expansion des Fr\u00fchislam geschafft zu haben. Die byzantinischen Provinzen Syrien und \u00c4gypten wurden erobert, das riesige persische Reich wurde in einem gewaltigen Ansturm \u00fcberrannt. Kalif Omar f\u00fchrte die erste Klassenschichtung ein; die Araber der Halbinsel wurden herrschende Klasse des Riesenreiches; nichtarabische Neumuslime waren von der Macht ausgeschlossen.Der sterbende Omar bestimmte einen sechsk\u00f6pfigen Ausschu\u00df f\u00fcr die Wahl eines neuen Kaliefen, Die Wahlbestimmungen waren eigentlich ein Mordkomplott gegen Ali, denn die Minderheit (Ali war in der Minderheit) sollte sich dem Mehrheitsbeschlu\u00df widerspruchlos beugen, andernfalls werde sie get\u00f6tet. Da\u00df Ali in den sechsk\u00f6pfigen Wahlausschu\u00df aufgenommen wurde, war also nur k\u00fchle Berechnung Omars, der Ali gegen\u00fcber Osman die H\u00e4nde binden wollte. Kalif Osman machte den Omayyaden-Clan zur F\u00fchrungsclique der herrschenden Araber. Zw\u00f6lf Jahre nach dem Tode Mohammeds hatte genau der Clan, der ihm den meisten Widerstand entgegengesetzt hatte, der ihn 13 Jahre lang in Mekka ver\u00e4chtlich gemacht und schlie\u00dflich aus Mekka hinausgeworfen hatte, das Werk Mohammeds als Beute. Ali kritisierte die G\u00fcnstlingswirtschaft und den Nepotinismus Osmans. Dieser verbannte ihn aus Medina, und Ali mu\u00dfte, abgeschnitten vom Zeitgeschehen, In einem armseligen Dorf bei Medina leben. Osman machte sich mehrerer \u00fcbergriffe gegen alte Prophetengef\u00e4hrten schuldig. Ibn Massud, der alte Diener Mohammeds, der sein authentisches Koranexemplar zur Vernichtung nicht herausr\u00fccken wollte, wurde von einem Rollkommando zu Tode gepr\u00fcgelt.Osman raffte ungeheuere Reicht\u00fcmer zusammen, baute sich eine Prunkvilla und lebte luxuri\u00f6s. Sein \u00fcppiger Lebensstill und sein Nepotismus (er holte sich den Omayyaden Marvan als Sekr\u00e4ter, den Mohammed wegen einiger Delikte und Feindseligkeiten aus Medina verbannte) f\u00fchrten zu einem Aufstand, bei dem Osman ermordet wurde. Ali nahm am Aufstand nicht teil.Die Delegierten der Provinzen und das Volk von Medina lie\u00dfen Ali holen und dr\u00e4ngten ihm das Kalifat auf. Einige Prophetengef\u00e4hrten verweigerten den Lehnseid, wie Osama, der Heerf\u00fchrer der von Mohammed zuletzt aufgestellten Armee; aus dieser Tatsache leitete er das Recht auf das Kalifat ab.Kaum war Ali gew\u00e4hlt, breitete sich Unruhe in Medina aus, denn er enthob viele alte Prophetengef\u00e4hrten, die sich unter den ersten drei Kalifen bereichert hatten, ihrer \u00c4mter. Die Unruhe wurde so gro\u00df, da\u00df Ali aus Medina fliehen mu\u00dfte. Mit nur 800 Mann wich er nach Irak aus, wurde aber sofort von einer Rebellenarmee unter Aischa (einer der Frauen Mohammeds), Talha und Subair (beide hatten kurz vorher den Lehnseid abgelegt) verfolgt. Mit unterlegenen Kr\u00e4ften stellte er sich bei Basra der Rebellenarmee und besiegte sie. Diese Schlacht wird Kamelschlacht genannt, weil Aischa auf einem Kamel ritt. Sie durfte ungestraft nach Medina zur\u00fcckkehren.Muawiya, Gouverneur in Syrien zur Zeit Omars und Osmans, verweigerte den Lehnseid. 657 kam er zur Schlacht von Siffin, die Ali gewonnen h\u00e4tte, wenn nicht die Hauptmasse seiner Armee im entscheidenden Moment unbotm\u00e4\u00dfig geworden w\u00e4re. Nach der milit\u00e4rischen Niederlage wollte Ali eine neue Armee gegen Muawiya aufstellen, aber die Armee lief auseinander. Muawiya schickte Sto\u00dftrupps und \u00dcberfalltrupps nach Irak und in die arabische Halbinsel. Medina wurde schwer gebrandschatzt, und viele Medinenser wurden ermordet und hingerichtet.Ali wurde bei allen wichtigen Unternehmungen von den Irakern im Stich gelassen. Er war wie ein Mannn im Treibsand, wie ein Mann im Vakuum. Die Tatsache, da\u00df er auch als Kalif \u00e4rmlich gekleidet war und \u00e4rmlich a\u00df, rief bei den Irakern und Arabern keineswegs Bewunderung hervor, sondern Verachtung.Ali verfluchte kurz vor seinem Tode in einer Vision, wo er Mohammed sah, die Anh\u00e4nger Mohammeds, die ihn so kl\u00e4glich im Stich gelassen hatten und seine demokratische, sozialistische und humanistische Politik sabotierten. Der schwer entt\u00e4uschte Ali wurde im Monat Ramadan 661 n. Chr. von einem Kharidschiten mit dem Schwert t\u00f6dlich verletzt. Die Ironie der Geschichte wollte, da\u00df Muawiya einen Mordanschlag eines anderen Kharidschiten am gleichen Tage \u00fcberlebte. Damit war der Sohn des gr\u00f6\u00dften Widersachers Mohammeds 30 Jahre nach dem Tode des Propheten Herrscher und Despot eines Weltreiches, Herrscher, Pr\u00e4ger und Ausformer des Fr\u00fchislam. Er bestimmte nun, was Mohammed gesagt hatte.<br>Der Regierungsauftrag Imam Alis (a.s.) an Malik al-AschtarDies sind die Regierungsgrundlagen, auf die Ali (a.s.) , Diener Gottes, Sohn des Abu Talib, Malik al-Aschtar, Sohn des Hareth, bei dessen Ernennung zum Gouverneur von \u00c4gypten verpflichtet. Malik al-Aschtar wird beauftragt, Steuern einzutreiben, die Feinde zu bek\u00e4mpfen, sich f\u00fcr die Verbesserung der Lebensumst\u00e4nde der Bev\u00f6lkerung \u00c4gyptens einzusetzen und f\u00fcr das Gedeihen des Landes Sorge zu tragen. Ali weist Malik an, seine Fr\u00f6mmigkeit vor Gott zu bewahren, der Gehorsamkeit Gott gegen\u00fcber Vorrang zu geben und die Gebote und Verbote der Schrift (Koran) und ihrer \u00dcberlieferungen zu befolgen; denn diese f\u00fchren allein zu Gl\u00fcckseligkeit, w\u00e4hrend jeder, der gegen sie verst\u00f6\u00dft, im Unheil endet. Er (Imam Ali) beauftragt Malik, Gott, dem Gepriesenen, mit Leib und Seele zu dienen, denn er &#8211; m\u00f6ge sein Name gepriesen sein hat versprochen, seinen Helfern beizustehen und denen, die ihm Verehrung entgegenbringen, W\u00fcrde zu verleihen.Er (Imam Ali) gibt ihm weiter den Auftrag, seine W\u00fcnsche zu mindern und zu z\u00fcgeln, weil ungeh\u00f6riges Verlangen ihn zum Unrecht hintreibt, es sei denn, da\u00df der gnadenvolle Herrgott ihm zu Hilfe komme.Und nun, oh Malik, sei auf der Hut!Ich entsende Dich (als Gouverneur) in ein Land, in welchem zuvor schon sowohl die Gerechtigkeit, als auch die Despotie geherrscht haben. Zweifellos werden die Volksmassen \u00fcber Dein Wirken genauso urteilen, wie Du \u00fcber das Wirken der fr\u00fcheren Staatsm\u00e4nner. Sie werden \u00fcber Dich in gleicher Weise reden, wie Du es \u00fcber die ehemals Regierenden tatest.Den Gerechten und Aufrichtigen wird man jedoch daran erkennen, ob er nach Gottes Wort handelt.M\u00f6gen Deine kostbarsten und liebsten Sch\u00e4tze im gerechten und aufrichtigen Handeln bestehen. Beherrsche Deine Leidenschaften und z\u00fcgle sie im Angesicht dessen, was Dir nicht erlaubt wurde. \u00dcbe um der Gerechtigkeit willen strenge Selbstbeherrschung, ob es Dir nun genehm oder nicht genehm erscheint. Schlie\u00dfe das Volk in Dein Herz und empfinde ihm gegen\u00fcber aufrichtige Liebe, Z\u00e4rtlichkeit und Freundschaft. M\u00f6ge Gott Dich davon abhalten, wie ein Raubtier auf Beute zu lauern!Bedenke, da\u00df das Volk aus zweierlei Gruppen besteht: die einen sind Deine Br\u00fcder im Glauben, die anderen sind zumindest menschliche Wesen wie Du. Es kommt vor, da\u00df sie (beide Gruppen) Verfehlungen begehen oder einer Schw\u00e4che erliegen, willentlich oder versehentlich eine S\u00fcnde begehen; dann m\u00f6gest Du ihnen Deine Nachsicht und Vergebung nicht vorenthalten, genauso, wie Du Nachsicht und Vergebung von Gott erwartest, denn Du stehst \u00fcber ihnen und der, der Dich zum Gouverneur ernannt hat (Imam Ali), \u00fcber Dir, Gott jedoch \u00fcber ihm. Er (Imam Ali) hat Dich dazu aufgefordert, die Angelegenheit des Volkes zu vertreten. Das Volk ist also ein Pr\u00fcfstein f\u00fcr Deine Taten.Denke nicht daran, Malik, Gott den Krieg zu erkl\u00e4ren, denn Du kannst weder seine Strafe ertragen noch auf seine Vergebung und Gnade hoffen. Empfinde niemals Reue, wenn Du Vergebung ge\u00fcbt, und niemals Freude, wenn Du eine Strafe verh\u00e4ngt hast. Eile nicht dem Zorn entgegen, dem Du entweichen kannst. Denke niemals bei Dir: &#8222;Ich bin der Befehlshaber und gebe den Befehl, mir mu\u00df man gehorchen!&#8220; Denn solch ein Gedanke korrumpiert das Herz und den Verstand, schw\u00e4cht den Glauben und f\u00fchrt die Regierung in den Abgrund.Wenn Deine Macht Dich zu Arroganz und Prahlsucht verf\u00fchren sollte, dann denke an das unerme\u00dfliche Reich Gottes und seine Allmacht \u00fcber das, wor\u00fcber Du nicht zu entscheiden hast. Solche \u00dcberlegungen werden Deine Ma\u00dflosigkeit und Deinen J\u00e4hzorn beruhigen und eind\u00e4mmen und Dich wieder zur Vernunft bringen. Achte darauf, nicht mit seiner Allmacht zu wetteifern und Deine Macht der seinen entgegen zustellen, denn Gott wird jeden arroganten und gnadenlosen Tyrannen dem\u00fctigen.(Oh Malik), sei gerecht gegen\u00fcber Gott und dem Volk einerseits und Dir, Deiner nahen Verwandtschaft und Deinen Freunden andererseits. Unterdr\u00fccke die Volksmassen nicht und lasse nicht zu, da\u00df Deine Verwandten und Freunde sie in Deinem Namen unterdr\u00fccken. Wer immer die Gesch\u00f6pfe Gottes unterdr\u00fcckt, wird sich die Feindschaft Gottes genauso zuziehen wie die Gegnerschaft jener, die er unterdr\u00fcckt hat. Jeder Tyrann und Unterdr\u00fccker befindet sich im Krieg gegen Gott, es sei denn, da\u00df er Reue zeigt und von der Unterdr\u00fcckung abl\u00e4\u00dft.Bedenke, Malik, da\u00df nichts in der Welt so wirkungsvoll Gottes Segnungen in Zorn umwandelt und nichts seine Vergeltung schneller hervorruft als Unterdr\u00fcckung und Tyrannei \u00fcber seine Gesch\u00f6pfe. Denn der barmherzige Gott h\u00f6rt die Schreie und Gebete jener, die unter dem Stiefel der Grausamkeit und Tyrannei zertreten werden, und lauert auf die Unterdr\u00fccker.Du solltest Dich ausschlie\u00dflich f\u00fcr eine Politik entscheiden, die weder zu hart noch zu milde ist, eine Politik, die auf Gerechtigkeit basiert und weit und breit gesch\u00e4tzt wird, eine Politik, die die Zufriedenheit des Volkes nach sich zieht. Bedenke, da\u00df das Mi\u00dffallen der Allgemeinheit, d.h. der einfachen Menschen, der Habenichtse und Unterdr\u00fcckten mehr z\u00e4hlt als der Beifall und die Zufriedenheit der privilegierten Schicht; das Unbehagen dieser jedoch verliert gegen\u00fcber der Zufriedenheit der Allgemeinheit seine Bedeutung.Bedenke, Malik, da\u00df diese privilegierte Schicht der Abschaum der menschlichen Gesellschaft ist. Ihre Sattheit und Selbstzufriedenheit macht sie unbeweglich, und in den Stunden der Not und des Leids n\u00fctzen sie Dir am wenigsten. Vor allem verabscheuen sie die Gerechtigkeit. Unabl\u00e4ssig verlangen sie mehr, empfinden jedoch niemals eine Verpflichtung aufgrund der ihnen erwiesenen Wohltaten; werden ihre Forderungen gerechterweise abgelehnt, so werden sie niemals einen vern\u00fcnftigen Grund akzeptieren. \u00c4ndert sich die Zeit, wirst Du sie niemals zuverl\u00e4ssig, treu und loyal finden.Dagegen sind die einfachen Menschen, die Armen, die Randgruppen unserer Gesellschaft, die Pfeiler des Islam. Sie bilden in ihrer Geschlossenheit und Solidarit\u00e4t die wahre Gemeinschaft der Muslime und sind die in Bereitschaft stehende Kraft gegen\u00fcber den Feinden. Sie sollen Deine Anh\u00e4nger sein, w\u00e4hrend Du Dir ihr Vertrauen und ihre Sympathie erwerben sollst.Verachte und distanziere Dich von denen, die Skandale hervorrufen, Fehler nur bei anderen finden und Ger\u00fcchte \u00fcber sie verbreiten; diese betrachte als Feinde des Staates. Es ist jedoch die Pflicht der Regierung, \u00fcber geringe M\u00e4ngel hinwegzusehen, denn jeder Mensch hat Fehler und Schw\u00e4chen. Du solltest nicht nach Schw\u00e4chen forschen, die vor Dir verborgen sind; \u00fcberlasse das Gott! Du mu\u00dft versuchen, den Menschen, deren Schw\u00e4chen Du bemerkst, zu helfen, ihre Fehler zu erkennen und zu \u00fcberwinden. Versuche nicht, die Schw\u00e4chen der Menschen herauszustellen, dann wird Gott Deine eigene Schw\u00e4che bedecken und abschirmen, von der Du nicht willst, da\u00df sie der \u00d6ffentlichkeit bekannt wird.Gib den Menschen keinen Anla\u00df, einander zu beneiden. Versuche, gegenseitiges Mi\u00dftrauen, Feindschaft und Ha\u00df unter dem Volk zu beseitigen. Sei unparteiisch und gerecht in Deinem Handeln gegen\u00fcber anderen; sei vorsichtig, damit nicht Deine Person, Position und die von Dir erwiesene Gunst zu Quellen der Eifersucht und Bosheit werden. La\u00df niemanden sich Dir n\u00e4hern, der Deine N\u00e4he und Gunst nicht verdient. Erniedrige niemals Deine W\u00fcrde und Dein Ansehen.Suche niemals einen Vorwand, um Vergeltung \u00fcben zu k\u00f6nnen, und beharre nicht auf Dingen, von deren Richtigkeit Du nicht eindeutig \u00fcberzeugt bist.Bedenke, da\u00df Denunzianten und Menschen, die Skandale hervorrufen, eine gemeine und hinterlistige Gruppe bilden, auch wenn sie sich bem\u00fchen vorzut\u00e4uschen, sie wollten das Gute und w\u00e4ren aufrichtige Berater. Den Neuigkeiten, die sie verbreiten, solltest Du nicht glauben, und den Rat, den sie anbieten, solltest Du nicht annehmen, denn sie sind Verschw\u00f6rer. Nimm keinen Ratschlag von einem Geizigen an, denn er versucht nur, Dich von Akten der N\u00e4chstenliebe, Selbstaufopferung und anderen guten Taten abzuhalten. Er will Dir Angst vor Armut und Verelendung einjagen. Erlaube ebenfalls den Feiglingen und Schw\u00e4chlingen nicht, als Deine Berater zu fungieren, denn sie werden Dich bei der Ausf\u00fchrung Deiner Aufgaben entmutigen.Meide auch gierige und begehrliche Menschen, die nach einer Stellung als Berater streben, denn sie werden die Gier zu einer Tugend ausschm\u00fccken, die Dich bewegt, die Gemeinschaft auszubeuten und die Menschen zu unterdr\u00fccken und zu tyrannisieren, um Dir ihr Hab und Gut anzueignen. Bedenke, da\u00df Geiz, Feigheit, Gier drei Charaktereigenschaften sind, die nur aus einem Mangel an Gottvertrauen und Glauben entstehen.Die schlimmsten und ungeeignetsten Minister w\u00fcrden diejenigen sein, die schon vor Deiner Zeit unter den tyrannischen Herrschern Ministerposten innehatten und an den Greueltaten und w\u00fcsten Grausamkeiten vorheriger Regierungen beteiligt waren. Solche Menschen sollten nicht Dein Vertrauen und Deine Freundschaft besitzen, denn sie sind Komplizen der S\u00fcnder und Br\u00fcder der Unterdr\u00fccker. An ihrer Stelle kannst Du leicht Menschen finden, die ebenso kompetent und gelehrt sind, jedoch keine s\u00fcndigen und kriminellen Charakterz\u00fcge entwickelt haben; sie haben weder die Despoten unterst\u00fctzt noch den S\u00fcndern bei ihren verbrecherischen Taten beigestanden. Solche Menschen werden Dir weniger \u00c4rger bereiten; sie werden Dir vielmehr die gr\u00f6\u00dfte Hilfe sein. Sie werden Dir gegen\u00fcber aufrichtig sein und nicht zum Feind hin\u00fcberschielen, wenn Du sie in Dein Vertrauen ziehst. Solche Menschen solltest Du als Vertrauenspersonen bei Deinen geheimen und \u00f6ffentlichen Angelegenheiten w\u00e4hlen.Schenke nur denjenigen unter diesen aufrichtigen und menschlichen Gef\u00e4hrten Dein volles Vertrauen, die Dir die bittere Wahrheit ohne Furcht vor Deiner Person und Stellung ungehindert sagen k\u00f6nnen und sich weigern, Dir zu helfen oder Handlungen auszuf\u00fchren, die nicht mit Gottes Willen in Einklang stehen.Als Deine Gef\u00e4hrten und Freunde sammle aufrichtige, wahrhaftige und fromme Menschen um Dich. Lehre sie, Dir nicht zu schmeicheln oder Dich zu loben, ohne da\u00df Du es verdient h\u00e4ttest, denn Schmeichelei und falsches Lob schaffen Arroganz und \u00dcberheblichkeit und lassen den Menschen den \u00dcberblick \u00fcber das tats\u00e4chliche Ich und die eigenen Pflichten verlieren.Du solltest gute und schlechte Menschen nicht gleich behandeln, denn auf diese Weise wirst Du die guten Menschen entmutigen, w\u00e4hrend Du die schlechten ermutigst, ihre Bosheiten fortzusetzen. Du solltest jeden so behandeln, wie es seinen Taten entspricht.Bedenke, Malik, da\u00df ein Gouverneur nur dann Vertrauen und Wohlwollen in den Herzen des Volkes erwecken kann, wenn er diesem Volke gegen\u00fcber G\u00fcte und Gunst, R\u00fccksicht und Milde walten l\u00e4\u00dft, seine Sorgen und Probleme verringert, es nicht grundlos verdrie\u00dft und niemals Dinge von ihm verlangt, die \u00fcber seine F\u00e4higkeit hinausgehen. Du sollst nur das tun, was im Volke Optimismus und das Vertrauen zu Dir wachruft, denn das Vertrauen des Volkes beseitigt Schwierigkeiten und erleichtert Dich um viele Sorgen und Beklemmungen. Derjenige sollte sich Deines Vertrauens und Deiner Freundschaft erfreuen, dem Dein Handeln genehm ist; Menschen, denen Dein Handeln nicht gef\u00e4llt, solltest Du hingegen mi\u00dftrauen.La\u00df nicht die gesch\u00e4tzten Traditionen au\u00dfer acht und brich nicht mit jenen Regeln und Normen, weiche von den Oberh\u00e4uptern dieser Glaubensgemeinschaft stammen und Einheit und Freundschaft unter den verschiedenen Gesellschaftsschichten gestiftet sowie sich als Wohltat f\u00fcr das Volk erwiesen haben. Verletze diese bew\u00e4hrten Regeln und Traditionen nicht, und f\u00fchre nicht an ihre Stelle Neuerungen ein, welche sie beeintr\u00e4chtigen. Die Belohnung (f\u00fcr jene Traditionen) werden die bekommen, die sie eingef\u00fchrt haben, und die Bestrafung f\u00fcr einen Bruch mit ihnen w\u00fcrde Dein Los sein.Bem\u00fche Dich verst\u00e4rkt um konstruktiven Gedankenaustausch und Auseinandersetzung mit den Gelehrten, Wissenschaftlern und Weisen, um die Ordnung in Deinem Einflu\u00dfbereich herzustellen, f\u00fcr das Wohl aller Sorge zu tragen und das, was zuvor dem Zusammenhalt des Volkes diente, weiterzupflegen. Bedenke, Malik, da\u00df das Volk aus einigen Gruppen besteht. Die einen k\u00f6nnen ohne die anderen ihre Aufgaben nicht sinnvoll erf\u00fcllen; sie sind einander unentbehrlich.Diese Gruppen sind: Die Soldaten der Armee Gottes und die \u00f6ffentlichen und privaten Sekret\u00e4re. Die dritte Gruppe besteht aus den Richtern, die das Gerichtswesen verwalten und f\u00fcr die Gerechtigkeit Sorge tragen. Die gerechten Beamten und Verwalter geh\u00f6ren der vierten Gruppe an. Eine weitere Gruppe bilden die Muslime, die ihre Steuern zahlen, welche zuvor von der Verwaltung festgelegt wurden, w\u00e4hrend die Nicht-Muslime dem Staat anstelle der Steuern Tribut leisten. Die n\u00e4chste Gruppe setzt sich aus denjenigen zusammen, die Handel und Handwerk betreiben. Die letzte, jedoch nicht die kleinste Gruppe, sind die Armen und Habenichtse (die als die niedrigste Schicht der Gesellschaft gelten). Der barmherzige Gott hat f\u00fcr jede Gruppe Rechte und Pflichten festgesetzt, die entweder in seinem Buch (dem Koran) niedergeschrieben oder durch die \u00dcberlieferungen des Propheten erkl\u00e4rt worden sind. Sie bilden ein vollst\u00e4ndiges Gesetzeswerk, das uns gegeben worden ist.Die Aufgabe der Soldaten besteht nach Anweisung Gottes darin, wie eine starke Festung die Volksmassen zu sch\u00fctzen; sie sind der Schmuck der Staatsm\u00e4nner, sie verteidigen die Ehre der Religion und sichern die Wege des Landes. Sie sind die St\u00fctze der Bev\u00f6lkerung. Die Armee wird durch die Steuern finanziert, die der Staat eintreibt. Ein Teil dieser Steuern wurde von Gott als Sold f\u00fcr die Soldaten bestimmt. Mit diesem Betrag sorgen sie f\u00fcr ihre Ausr\u00fcstung und ihren Lebensunterhalt, um f\u00fcr die Sache der Gerechtigkeit zu k\u00e4mpfen.Die Verbesserung der Lebensverh\u00e4ltnisse dieser beiden Gruppen (Soldaten und Zivilbev\u00f6lkerung) h\u00e4ngt von der dritten Gruppe der Gesellschaft ab. Diese wird gebildet von * den Richtern: bei juristischen Fragen und gesellschaftlichen Vereinbarungen obliegt ihnen die Funktion des Urteilens und der Koordination; * den Bediensteten der Regierungsbeh\u00f6rden: sie sind verantwortlich f\u00fcr die Sicherung der Volksinteressen; * den Sekret\u00e4ren: sie sind in \u00f6ffentlichen und privaten Angelegenheiten die Vertrauensperson des Volkes.Das Funktionieren dieses ganzen Bereiches h\u00e4ngt von den Handwerkern ab. Sie richten sich nach den Bed\u00fcrfnissen der Gesellschaft und bem\u00fchen sich darum, gute Waren herzustellen. Sie er\u00f6ffnen Gesch\u00e4fte, M\u00e4rkte und Handelszentren, sie beliefern die Konsumenten mit den lebensnotwendigen G\u00fctern, wozu kein anderer f\u00e4hig ist.Wenden wir uns der letzten Gruppe, den Armen und Habenichtsen und den arbeitsunf\u00e4higen Menschen, zu: eine Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese Menschen ist unerl\u00e4\u00dflich. Man sollte ihnen, soweit m\u00f6glich, helfen und sie versorgen.Sie erfreuen sich der unbegrenzten Gnade Gottes und haben ein Recht auf die vollst\u00e4ndige Zufriedenstellung ihrer Bed\u00fcrfnisse. Die Verpflichtung hierzu obliegt den Regierenden.Denke daran, Malik, da\u00df der allm\u00e4chtige Gott keinen Regierenden von der ihm auferlegten Verpflichtung entbinden wird, solange er nicht sein Bestes versucht hat, ihr nachzukommen und (nach m\u00f6glichen Fehlschl\u00e4gen bei der Erf\u00fcllung seiner Aufgaben) zu Gott betet, da\u00df Er ihm dabei helfen m\u00f6ge, solange dieser Mensch nicht standhaft und geduldig dem Pfad der Wahrheit und Gerechtigkeit folgt und die ihm auferlegten Verpflichtungen tr\u00e4gt, ganz gleich, ob ihm die Erf\u00fcllung nun leicht- oder schwerf\u00e4llt.Wohlt\u00e4tigkeit, Aufrichtigkeit und Gottergebenheit sollten den Befehlshaber einer Armee auszeichnen. Ein solcher Mann sollte dem Propheten und Deinem Imam (Imam Ali) treu ergeben sein, er sollte \u00fcberaus fromm und aufrichtig sein, und sein Ruhm sollte auf seiner Nachsicht, Milde und G\u00fcte beruhen. Er sollte weder ein zu tr\u00e4ges noch ein zu heftiges Temperament besitzen; er sollte aufrichtige Entschuldigungen mitf\u00fchlend entgegennehmen und die Entschuldigung akzeptieren. Dem Schwachen gegen\u00fcber sollte er freundlich und mitf\u00fchlend, dem Starken und M\u00e4chtigen gegen\u00fcber indes streng sein. Seine Machtposition sollte ihn nicht zum Aufbrausen und zu Gewaltt\u00e4tigkeiten verleiten. Einen solchen Mann lassen eine Niederlage und Schw\u00e4che nicht hilflos und niedergeschlagen zur\u00fcck.Du solltest mit Pers\u00f6nlichkeiten, denen Edelmut und Menschlichkeit innewohnen, Umgang pflegen ebenso wie mit gerechten Familien, die hohen Idealen nacheifern und sich ihrer Vergangenheit nicht sch\u00e4men m\u00fcssen, sowie anderen, die von Tapferkeit, Mut, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Gro\u00dfherzigkeit ausgezeichnet sind; diese Menschen k\u00f6nnen als Quellen des Edelmuts, der Erhabenheit des Charakters und als Urquell der Fr\u00f6mmigkeit und der guten Taten betrachtet werden. Wenn Du solche Menschen gefunden und ausgew\u00e4hlt hast, dann k\u00fcmmere Dich um sie wie Eltern um ihre Kinder. Sei nicht stolz auf das, was Du ihnen gegeben hast; vernachl\u00e4ssige nicht Deine wohlt\u00e4tigen Verpflichtungen ihnen gegen\u00fcber, auch wenn diese Verpflichtungen nur unbedeutend sind. Dies f\u00fchrt dazu, da\u00df auch sie Dir Vertrauen entgegenbringen und Dir Wohlt\u00e4tigkeiten erweisen werden. Bist Du auch der Meinung, ihren bedeutenden und grundlegenden Problemen gen\u00fcgend Aufmerksamkeit gezollt zu haben, so vers\u00e4ume dennoch nicht, Deine Augen auch f\u00fcr ihre feineren Bed\u00fcrfnisse und N\u00f6te zu \u00f6ffnen, denn kleine Gunsterweise tragen oft bessere Fr\u00fcchte, obgleich sorgf\u00e4ltige Aufmerksamkeit f\u00fcr die gr\u00f6\u00dferen Lebensbed\u00fcrfnisse sehr wichtig ist. Unter den Offizieren sollten diejenigen Deinen h\u00f6chsten Respekt und Deine Beachtung genie\u00dfen, die den Bed\u00fcrfnissen der Soldaten, die unter ihrem Befehl stehen, die gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit schenken und ihr Leben in der gleichen Art wie diese gestalten; Offiziere, die die Soldaten nach besten M\u00f6glichkeiten unterst\u00fctzen, damit sie und ihre Familien, die zu Hause zur\u00fcckgeblieben sind, ein gl\u00fcckliches und zufriedenes Leben f\u00fchren k\u00f6nnen. Sehen die Soldaten ihre Bed\u00fcrfnisse auf diese Weise zufriedengestellt, so werden sie frei von Kummer und Sorgen tapfer und hingebungsvoll in den Kampf ziehen. Deine fortw\u00e4hrende Sorge f\u00fcr die Soldaten wird sie Dich immer mehr lieben lassen.Das Herz des Herrschers sollte vor allem erfreuen, wenn sein Staat gem\u00e4\u00df den Prinzipien der Gerechtigkeit regiert wird und das Volk ihn liebt. Diese Liebe wird es dem Herrscher jedoch nur dann entgegenbringen, wenn die Herzen des Volkes frei von Ha\u00df und Bosheit sind, wenn es auf den Schutz und die Unterst\u00fctzung der Staatsm\u00e4nner z\u00e4hlen kann und ihre Amtsaus\u00fcbung nicht als Last auf den Schultern des Volkes empfunden wird und das Volk nicht best\u00e4ndig in dem Wunsche lebt, Deine Regierung m\u00f6ge ein Ende nehmen. Lasse es daher so viele gerechtfertigte Hoffnungen in Dich setzen, wie es nur kann, und erf\u00fclle so viele davon, wie Dir vern\u00fcnftigerweise gerechtfertigt erscheinen. Sprich gut von denen, die Dein Lob verdienen. Bringe ihren guten Taten die geb\u00fchrende Wertsch\u00e4tzung entgegen und mache diese guten Handlungen \u00f6ffentlich bekannt. Die genaue und unverz\u00fcgliche Bekanntgabe edler und goldener Taten erzeugt mehr Eifer in den Herzen der T\u00fcchtigen und ermutigt &#8211; so Gott will &#8211; auch die Ehrgeizlosen. M\u00f6gest Du die guten Taten, die von jedem einzelnen vollbracht werden, erkennen und daf\u00fcr dankbar sein. Und lasse nicht einem anderen als dem, der die Arbeit verrichtete, den Verdienst zukommen. Weder sollte die Pers\u00f6nlichkeit eines Menschen Dich dazu verleiten, kleine Leistungen \u00fcberzubewerten, noch sollte die Bescheidenheit eines anderen Dir Anla\u00df daf\u00fcr sein, seine gro\u00dfe Tat unterzubewerten. La\u00df ihre Position und ihr Prestige nicht Ma\u00dfstab f\u00fcr die Bewertung ihrer Leistung sein.Wenn Du Dich Problemen gegen\u00fcbersiehst, die Du nicht bew\u00e4ltigen kannst, wenn Du Dich mit Situationen konfrontiert siehst, die so schwierig sind, da\u00df Du keinen Ausweg aus ihnen findest, wenn unsichere und zweifelhafte Umst\u00e4nde Dich verwirren und best\u00fcrzen, dann wende Dich an Gott und den Propheten, denn Gott hat jenen, die er leiten will, befohlen: &#8222;Ihr Gl\u00e4ubigen! Gehorcht den Befehlen Gottes, seines Propheten und jener, die zust\u00e4ndig sind!&#8220;Der Weg, sich Gott zuzuwenden, ist das sorgf\u00e4ltige Handeln nach den klaren und eindeutigen Versen, die in Seinem Buch (dem Koran) dargelegt sind. Hinwendung zum Propheten bedeutet, jenen seiner Traditionen zu folgen, welche die Einigkeit und Geschlossenheit, nicht aber die Zwietracht und Spaltung beinhalten (jenen Traditionen, die \u00fcber jeden Zweifel und jede Zweideutigkeit erhaben und im allgemeinen als korrekt aufgezeichnet akzeptiert worden sind).Was die Aus\u00fcbung des Richteramtes betrifft, solltest Du bei der Auswahl der Beamten sehr sorgf\u00e4ltig sein. W\u00e4hle Menschen von vorz\u00fcglichem Charakter, die sich auch schwierigen Aufgaben gewachsen sehen, sich nicht durch Wortwechsel aus der Fassung bringen lassen und die Ruhe nicht verlieren. Wenn sie bemerken, da\u00df ihnen bei der Urteilssprechung ein Fehler unterlaufen ist, sollten sie nicht darauf beharren und ihn zu rechtfertigen versuchen. Wenn ihnen die Wahrheit klar wird oder sich ihnen der richtige Pfad er\u00f6ffnet, sollte es nicht unter ihrer W\u00fcrde sein, den Fehler zuzugeben und zu korrigieren. Sie sollten nicht korrupt, habs\u00fcchtig und begierig sein. Sie sollten sich nicht damit zufriedengeben, einen Fall oberfl\u00e4chlich zu durchforschen und zu untersuchen, sondern sollten jedes F\u00fcr und Wider abw\u00e4gen und jeden Aspekt des Problems einer sorgf\u00e4ltigen Pr\u00fcfung unterziehen; wann immer und wo immer sie zweideutige Punkte finden, m\u00fcssen sie weiteren Einzelheiten nachgehen, Streitfragen kl\u00e4ren und erst dann ihre Entscheidung treffen. Den Argumenten und der Beweisf\u00fchrung sollen sie besondere Bedeutung beimessen. Sie sollten bei langen Er\u00f6rterungen und Argumenten nicht die Geduld verlieren. Mit Ausdauer und Geduld sollen sie Details und die Punkte, die als wahr hingestellt worden sind, \u00fcberpr\u00fcfen und mit Sorgfalt eine Trennung von Wahrheit und Unwahrheit vornehmen. Wenn sich ihnen die Wahrheit offenbart, sollen sie ohne Furcht, Beg\u00fcnstigung oder Vorurteil ihre Urteile f\u00e4llen. Sie sollten sich nicht zu Prahlerei und \u00dcberheblichkeit hinrei\u00dfen lassen, wenn ihnen Komplimente und Lobpreisungen ausgesprochen werden. Sie sollten sich durch Schmeichelei nicht irref\u00fchren lassen. Es gibt jedoch nur wenige Menschen, die all diese Merkmale auf sich vereinen k\u00f6nnen. Wenn Du solche M\u00e4nner als Deine Richter ausgew\u00e4hlt hast, sollte Dir daran gelegen sein, die Art ihrer Amtsf\u00fchrung zu \u00fcberwachen. Zahle ihnen einen angemessenen Lohn, damit sie weder auf andere angewiesen sind, noch sich zu Bestechung verleiten lassen. Verleihe ihnen ein angemessenes Ansehen und eine Stellung in Deinem Staat, so da\u00df keine der Dir nahestehenden Personen auf das Amt versessen ist und die Richter vor den Verschw\u00f6rungen und Machenschaften der Staatsm\u00e4nner gesch\u00fctzt sind. Dieser Aspekt fordert Dein besonderes Augenmerk, denn vor Dir wurde diese Religion von korrupten und habgierigen Opportunisten bestimmt, die unz\u00fcchtig, begierig und lasterhaft waren und in der Religion nichts anderes sahen als ein geeignetes Mittel zur Anh\u00e4ufung des eigenen Reichtums, um sich ihrer Vergn\u00fcgungssucht hingeben zu k\u00f6nnen.Was die Staatsbediensteten betrifft, so sollst Du ihre Arbeit \u00fcberwachen. Sie d\u00fcrfen erst nach sorgf\u00e4ltiger Oberpr\u00fcfung ihrer F\u00e4higkeiten und Charaktereigenschaften und nicht ohne vorherige Beratung oder aus Eigenm\u00e4chtigkeit ernannt werden. Diese Ernennung mu\u00df zuerst auf Bew\u00e4hrung erfolgen, ohne da\u00df irgendeine Art von Beg\u00fcnstigung gezeigt oder Beeinflussung gestattet wird, denn die Beeinflussung und der Verzicht auf Beratung sind die Quellen f\u00fcr jede Art Unterdr\u00fcckung und Verrat. Achte bei der Auswahl Deiner Staatsbediensteten darauf, Dich f\u00fcr erfahrene und ehrenwerte Personen zu entscheiden, also f\u00fcr Mitglieder gerechter Familien oder von Familien, die dem Islam schon in seinen fr\u00fchen Tagen gedient haben und zur Vorhut des Islam z\u00e4hlten, denn diese Menschen haben gew\u00f6hnlich den edelsten Charakter und die edelste Ethik und sind frommer. Sie sind nicht gierig, lassen sich nicht bestechen und f\u00fchren ihre Arbeit mit Weitblick aus. Bezahle sie immer angemessen, damit sie zu ihrer Selbsterziehung bef\u00e4higt werden, nicht in die Versuchung geraten, sich an Staatsgeldern, die sie verwalten, zu bereichern und damit ihnen bei einer Nichterf\u00fcllung Deiner Anweisungen keine Entschuldigung in die Hand gegeben wird und sie nicht das ihnen anvertraute Gut mi\u00dfbrauchen. Beobachte selbst ihre Handlungsweisen, ernenne aber auch vertrauensw\u00fcrdige und aufrichtige M\u00e4nner, die die Aktivit\u00e4ten dieser Staatsbediensteten beaufsichtigen. Das Bewu\u00dftsein, heimlich \u00fcberwacht zu werden, motiviert sie, von Unehrlichkeit, Mi\u00dfherrschaft, \u00fcblen Praktiken und Tyrannei abzulassen. Dies gilt auch f\u00fcr Deine Gehilfen. Erscheint Dir einer von ihnen unehrlich und hat Dir Dein Geheimdienst ausreichende und \u00fcbereinstimmende Beweise f\u00fcr seine Unehrlichkeit und seinen Verrat vorgelegt, dann sollst Du ihn bestrafen. Die Bestrafung kann in k\u00f6rperlicher Z\u00fcchtigung, Entlassung aus dem Dienst und Zur\u00fccknahme all dessen, was der T\u00e4ter sich unehrlich angeeignet hat, bestehen. Er mu\u00df gedem\u00fctigt werden, um ihm die Infamie seiner unehrlichen, schlechten Taten und seinen Verrat zu Bewu\u00dftsein zu bringen. Er mu\u00df gedem\u00fctigt und bestraft werden, damit dies als Lektion und abschreckendes Beispiel f\u00fcr andere gilt.Beim Eintreiben von Staatseink\u00fcnften und Steuern sollst Du immer das Wohlergehen der Steuerzahler im Auge behalten, das von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung als die Steuern selbst ist, denn diese Steuern und die Steuerzahler sind die erste Quelle, von der die Wohlfahrt des Staates und der Volksmassen abh\u00e4ngt; ein Staat lebt von den Eink\u00fcnften, die er den Steuerzahlern abverlangt. Der Fruchtbarkeit eines Landes und den aufgrund dieser Fruchtbarkeit zu erzielenden Ertr\u00e4gen sollte daher mehr Bedeutung beigemessen werden als dem Eintreiben der Steuern, denn die tats\u00e4chliche Besteuerbarkeit eines Volkes ist abh\u00e4ngig von den Ertr\u00e4gen, die in der Landwirtschaft erzielt werden konnten. Eine Regierung, die auf den Wohlstand des Volkes und die Fruchtbarkeit des Landes keinen Wert legt, sondern sich nur auf das Eintreiben der Steuern konzentriert, verw\u00fcstet das Land, bringt den Gesch\u00f6pfen Gottes Zerst\u00f6rung und f\u00fchrt sie zum Abgrund. Folglich ist sie nicht von langer Dauer.Sollten sich die Steuerzahler einmal bei Dir \u00fcber den Umfang der Besteuerung, die Vernichtung der Ernte bedingt durch z. B. Unwetter, \u00dcberschwemmungen, D\u00fcrreperioden usw. beklagen, dann erm\u00e4\u00dfige ihre Steuern, bis Du hoffen kannst, da\u00df ihre Lage sich verbessert hat. Eine solche Erm\u00e4\u00dfigung sollte ihnen Gelegenheit bieten, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und ihre Not lindern. Da\u00df daraus eine Verringerung der staatlichen Eink\u00fcnfte entsteht, sollte Dich nicht bek\u00fcmmern, denn das beste Kapital einer Regierung besteht darin, dem Volk in Zeiten der Not und wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu helfen. Der wirkliche Reichtum eines Landes sind die Menschen; jede ihnen gew\u00e4hrte Unterst\u00fctzung, auch in Form einer Steuererm\u00e4\u00dfigung, wird dem Staat durch das Gedeihen seiner St\u00e4dte und die breit angelegte Verbesserung des Landes zugute kommen. Zugleich wirst Du aufgrund der Gerechtigkeit, die Du im ganzen Land walten l\u00e4\u00dft, in die Lage versetzt, die Liebe, Achtung und das Lob des Volkes hervorzurufen und zu sichern. Ist dies nicht eine best\u00e4ndigere Gl\u00fcckseligkeit? Und nicht nur dies allein, auch die wohltuende Art, mit der Du regierst, und Deine Menschlichkeit werden so auf die Menschen einwirken, da\u00df sie Dir in Zeiten Deiner Schwierigkeiten zu Hilfe eilen und Du Dich jederzeit auf ihre Unterst\u00fctzung verlassen kannst. Deine Freundlichkeit, Milde und Gerechtigkeit werden f\u00fcr sie eine Art moralische Schulung sein, und das zufriedene, gl\u00fcckliche und gedeihliche Leben, f\u00fcr das sie Dir dankbar sein werden, wird die beste Unterst\u00fctzung, der st\u00e4rkste Schutz und der gr\u00f6\u00dfte Schatz f\u00fcr Dich sein. Sp\u00e4ter wird eine Entwicklung eintreten, die es Dir erm\u00f6glicht, dem Volk selbst manche Aufgaben, T\u00e4tigkeiten und Verantwortungen zu \u00fcbertragen; es wird Dir ohne Einschr\u00e4nkung seine Unterst\u00fctzung und Hilfe, sein Vertrauen und seine St\u00e4rke gew\u00e4hren und bereit sein, jede schwere Last auf sich zu nehmen.Es besteht kein Zweifel daran, da\u00df der wirkliche Grund f\u00fcr die Verw\u00fcstung und den Ruin eines Landes in der Armut des Volkes zu suchen ist. Die Hauptursachen f\u00fcr die Armut eines Volkes liegen in der Gier seiner Herrscher und Staatsm\u00e4nner, die ausschlie\u00dflich darauf bedacht sind, auf legale oder illegale Art und Weise zum eigenen Nutzen Reichtum und Besitzt\u00fcmer anzuh\u00e4ufen. Da sie der Dauerhaftigkeit ihrer Positionen und Stellungen und ihrer Macht und Herrschaft mi\u00dftrauen, trachten sie in der kurzen Zeit ihrer Verf\u00fcgungsgewalt einzig danach, den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Gewinn f\u00fcr sich selbst herauszuschlagen. Sie haben nichts aus der Geschichte der Nationen (und den Lektionen der Zeit) gelernt.Auch die T\u00e4tigkeit Deiner Sekret\u00e4re mu\u00dft Du einer sorgf\u00e4ltigen \u00dcberpr\u00fcfung unterziehen. Du solltest Deine Arbeit nur jenen anvertrauen, die als die besten unter ihnen gelten. Insbesondere vertrauliche Angelegenheiten und Angelegenheiten, die mit Staatsgeheimnissen oder der Staatssicherheit verkn\u00fcpft sind, solltest Du M\u00e4nnern anvertrauen, die durch ethische Grunds\u00e4tze, beispielhaften Charakter und gro\u00dfe Aufrichtigkeit ausgezeichnet sind, denen die Position, die Du ihnen \u00fcbertragen hast, nicht den Kopf verdreht, so da\u00df sie sich Dir \u00f6ffentlich widersetzen oder sich so wichtig d\u00fcnken, da\u00df sie glauben, Deine Anordnungen mi\u00dfachten zu k\u00f6nnen, Dir notwendige Dokumente vorenthalten oder Dich nicht auf Berichte und wichtige Korrespondenz hinweisen, die sie in Deinem Namen gef\u00fchrt haben. Besondere Sorgfalt sollte walten, wenn sie im Namen der Regierung aus einer Position der Schw\u00e4che Vertr\u00e4ge abschlie\u00dfen oder Abkommen unterzeichnen, damit dem Staat daraus kein Schaden und keine Ungerechtigkeit entsteht. Wenn sie Abkommen oder B\u00fcndnisse beraten oder behandeln, sollten sie die Interessen des Staates nicht au\u00dfer acht lassen; steilen sie fest, da\u00df ein Abkommen gegen die Interessen des Staates gerichtet ist, dann sollten sie in der Lage sein, es zu annullieren. Achte darauf, da\u00df sie ihre Position erkennen und die ihnen \u00fcbertragenen Aufgaben erf\u00fcllen, denn wer seine eigene Position nicht kennt, wird auch die der anderen ignorieren und sie nicht richtig einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen.Ein weiteres Wort zu den Staatsbediensteten: F\u00fcr den Posten eines Staatsbediensteten sollte nicht Auswahlkriterium sein, da\u00df er Dir pers\u00f6nlich vertrauensw\u00fcrdig erscheint und Du Dir eine positive Meinung \u00fcber ihn gebildet hast, denn es gibt Menschen, die sich anbiedern und, wenn es ihren Interessen dienlich ist, Flei\u00df und Treue vort\u00e4uschen und den Mantel der Fr\u00f6mmigkeit und Tugend anlegen und auf diese Weise den Weg in die Herzen der Regierenden finden, obwohl sie im Innersten ihres Herzens weder aufrichtig und vertrauensw\u00fcrdig noch weise, scharfsinnig und wohlt\u00e4tig sind. Daher \u00fcberpr\u00fcfe, bevor Du Dich f\u00fcr einen Mann entscheidest, seine Handlungen und die Dienste, die er Deinen Vorg\u00e4ngern erwiesen hat. Du solltest diejenigen, die sich im Volke einen Namen gemacht und sich als vertrauensw\u00fcrdig erwiesen haben, in Erw\u00e4gung ziehen. Diese Art der Auswahl wird ein Beweis daf\u00fcr sein, da\u00df Du Gott ergeben bist und das Wohlergehen Deines Imam im Auge hast. Dann mu\u00dft Du f\u00fcr jede Abteilung Deiner staatlichen Verwaltung einen Leiter des Sekretariats ernennen. Er sollte \u00fcber gen\u00fcgend Weisheit und Wissen verf\u00fcgen, um mit allen verworrenen, schwierigen Problemen seiner Regierungsabteilung fertig zu werden; au\u00dferdem sollte er gen\u00fcgend Eifer besitzen, um auch eine gro\u00dfe Menge Arbeit bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.\u00dcber eines mu\u00dft Du Dir im klaren sein: auch wenn diese Staatsbediensteten nur mit einem einzigen Mangel behaftet sind und Du ihn \u00fcbersiehst, bist nur Du allein verantwortlich f\u00fcr all das \u00dcbel, das daraus entsteht.(Ich m\u00f6chte Dir auch einiges zu den Gesch\u00e4ftsleuten und Handwerkern sagen:) Behandle sie gut und weise in diesem Sinne auch Deine Staatsbeamten an, damit sie gegen\u00fcber den Gesch\u00e4ftsleuten, unter denen es einmal an den Ort gebundene H\u00e4ndler und auf der anderen Seite H\u00e4ndler, die ihre Waren von einem Ort zum anderen schicken, gibt, und gegen\u00fcber den Handwerkern, die durch ihren eigenen Arbeitseinsatz ihren Lebensunterhalt bestreiten, der gleichen Politik wie Du folgen. H\u00e4ndler und Handwerker verdienen Sympathie und gute Behandlung. Sie tragen ma\u00dfgeblich zum Wohlstand des Landes bei. Sie liefern die notwendigen G\u00fcter. Die meisten von ihnen transportieren ihre Waren \u00fcber Meere, durch W\u00fcsten, \u00fcber weite Ebenen und Gebirge; ihre Frachten bringen sie oft aus entfernten L\u00e4ndern, die f\u00fcr den Verkehr noch nicht ausreichend erschlossen sind und wohin im allgemeinen kaum ein Mensch gereist ist und dies auch nicht wagen w\u00fcrde. Die Gesch\u00e4ftsleute sind normalerweise friedliebend, so da\u00df von ihrer Seite unheilvolle Unruhen und aufr\u00fchrerische G\u00e4rungen nicht zu erwarten sind. Um ihre Anliegen mu\u00dft Du Dich k\u00fcmmern, und zwar ganz gleich, ob sie nun in Deinen St\u00e4dten und D\u00f6rfern Handel treiben oder im Lande umher reisen.Zu den H\u00e4ndlern und Unternehmern m\u00f6chte ich Dir noch folgendes sagen: W\u00e4hrend Du nach M\u00f6glichkeit auf ihre Anliegen eingehst, mu\u00dft Du andererseits ihre Aktivit\u00e4ten im Auge behalten. Es ist Dir bekannt, da\u00df die meisten von ihnen im allgemeinen geizig und selbsts\u00fcchtig und der Sucht nach Geld und dem Anh\u00e4ufen von Reichtum verfallen sind. So halten sie h\u00e4ufig f\u00fcr die Allgemeinheit bestimmte G\u00fcter zur\u00fcck, um auf diese Weise durch k\u00fcnstliche Verknappung und die Schaffung eines Schwarzmarktes die Preise eigenm\u00e4chtig in die H\u00f6he zu treiben und mehr Profit herauszuschlagen. Eine derartige Handlungsweise schadet einerseits der Bev\u00f6lkerungsmehrheit und gereicht andererseits den Regierenden zur Schande. Du mu\u00dft solchen Praktiken Einhalt gebieten, denn der Prophet &#8211; Gottes Segen m\u00f6ge mit ihm und seinen Nachkommen sein &#8211; hat sie ausdr\u00fccklich verboten. Denke daran, da\u00df ein Handel mit Nachsicht, Edelmut und Menschlichkeit abgeschlossen werden soll, gewogen mit den Waagschalen der Gerechtigkeit und zu gerechten Preisen, so da\u00df keiner der Handelspartner ausgebeutet wird. Wenn aber trotz aller freundlichen Behandlung und aller Erleichterungen &#8211; und ungeachtet Deiner Ermahnungen &#8211; die H\u00e4ndler und Unternehmer weiterhin Waren horten und Schwarzmarktgesch\u00e4fte und Spekulationen betreiben, dann mu\u00dft Du sie gleichsam exemplarisch bestrafen, jedoch ohne das Strafma\u00df zu \u00fcbertreiben.Um Gottes Willen, Malik, um Gottes Willen, ich warne Dich hinsichtlich der Armen. F\u00fcrchte Gott angesichts ihrer Lebensbedingungen und Deiner Haltung ihnen gegen\u00fcber. Sie haben keine St\u00fctze, keine Reserven und keine Chancen. Sie sind mittellos, haben keinen R\u00fcckhalt und sehen keinen Ausweg. Viele von ihnen sind verkr\u00fcppelt, arbeitsunf\u00e4hig und an den Boden gefesselt. Einige betteln, andere tun es nicht, um nicht die Achtung vor sich selbst zu verlieren; doch ihre Not, Verlassenheit und der Mangel, den sie leiden, schreien zum Himmel. Um Gottes Willen, Malik, sch\u00fctze sie und ihre Rechte. Diese Verantwortung ist Dir von Gott auferlegt worden. Setze f\u00fcr sie einen Anteil aus dem Staatsschatz fest; stelle au\u00dferdem einen Anteil aus dem Erl\u00f6s der in allen islamischen Gebieten hergestellten G\u00fcter zu ihrer Verf\u00fcgung; denn jeder hat das gleiche Recht auf einen Anteil, unabh\u00e4ngig davon, wo er sich befindet, sei es nah oder fern.Ich m\u00f6chte Dich nochmals daran erinnern, da\u00df Du die Verantwortung daf\u00fcr tr\u00e4gst, da\u00df die Rechte der Armen gewahrt werden, und Du Dich um ihr Wohlergehen zu k\u00fcmmern hast. H\u00fcte Dich vor Amtsanma\u00dfung, um nicht den Blick f\u00fcr sie und f\u00fcr diese schwere und wichtige Verantwortung zu verlieren. Du hast einen so wichtigen Posten, da\u00df Du keine Befreiung von der Verantwortung selbst f\u00fcr kleinste Irrt\u00fcmer, Unterlassungen oder Fehler beanspruchen kannst mit der Entschuldigung, Du w\u00e4rest voll und ganz mit den gr\u00f6\u00dferen Problemen des Staates besch\u00e4ftigt gewesen, denen Du Dich mit aller Sorgfalt gewidmet h\u00e4ttest. Daher achte sehr genau auf die Mittellosen und setze Dich pers\u00f6nlich f\u00fcr sie ein. Vermeide ihnen gegen\u00fcber jegliche Arroganz und Eitelkeit. Denke daran, da\u00df Deine besondere Sorgfalt und Dein Mitgef\u00fchl denen geh\u00f6ren mu\u00df, die Dich aus eigener Initiative nicht erreichen k\u00f6nnen und auf die andere herabsehen, sie sogar voller Ekel, Abscheu und Verachtung betrachten. Setze f\u00fcr ihre Belange Pers\u00f6nlichkeiten ein, die vertrauensw\u00fcrdig, gerecht, gottesf\u00fcrchtig und bescheiden sind und Dich st\u00e4ndig \u00fcber das Schicksal der Armen auf dem laufenden halten. Behandle die Dir Anvertrauten dann so, da\u00df Du am Tage des Gerichtes Deine Sache auch erfolgreich vor Gott vertreten kannst, denn von allen Schichten der Gesellschaft verdienen sie vor allem Deine Aufmerksamkeit, Gerechtigkeit und Deine Sympathie. Wenn auch diese armen Menschen Deine besondere Sympathie und Gerechtigkeit verdienen, sollst Du, um vor Gott bestehen zu k\u00f6nnen, Dich dar\u00fcber hinaus besonders den Waisenkindern und den Greisen widmen; nicht nur, da\u00df ihnen keine Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrt wird, manche von ihnen wollen (aus Gr\u00fcnden der Selbstachtung) auch niemanden um etwas bitten. Sie k\u00f6nnen Dich nicht erreichen &#8211; also mu\u00dft Du Dich ihnen n\u00e4hern.Denke daran, da\u00df die Erf\u00fcllung dieser Pflicht zwar von den meisten Herrschern als l\u00e4stiges \u00dcbel betrachtet wird, Gott aber denen, die sich seine Gnade w\u00fcnschen, in sein Reich eingehen wollen und sich daher zwingen, diese Last mit Geduld und Ausdauer zu tragen, diese Arbeit erleichtert und sogar angenehm macht. Sie finden Wohlgefallen daran und glauben an das Versprechen, das ihnen Gott gegeben hat.Halte in Deinem Arbeitsprogramm bestimmte Zeiten f\u00fcr diejenigen frei, die Dir ihre K\u00fcmmernisse vortragen m\u00f6chten. W\u00e4hrend dieser Zeit sollst Du keine andere Arbeit verrichten, sondern ihnen genau zuh\u00f6ren und ihren Problemen und Beschwerden Deine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Du mu\u00dft deshalb eine \u00f6ffentliche Audienz nur f\u00fcr sie anordnen &#8211; und behandle sie w\u00e4hrend dieser Audienzen um Gottes Willen h\u00f6flich, freundlich und mit Respekt. La\u00df auch Deine Ordnungsh\u00fcter die Halle verlassen, damit jene, die etwa Beschwerden vorbringen wollen, frei zu Dir sprechen k\u00f6nnen und sich nicht aus Furcht zur\u00fcckhalten.Den Propheten &#8211; der Friede und der Segen Gottes seien mit ihm und mit seiner Familie &#8211; h\u00f6rte ich oft sagen: &#8222;Eine Nation kann nicht das Heil erreichen, wenn die Rechte der Unterdr\u00fcckten und Verlassenen nicht garantiert sind und wenn sie nicht direkt und ohne Hemmungen gegen die M\u00e4chtigen und Einflu\u00dfreichen erk\u00e4mpft werden.&#8220; Du mu\u00dft auch daran denken, da\u00df sich zu diesen Audienzen meist einfache Menschen einfinden. Auch wenn Dir ihr Benehmen mi\u00dff\u00e4llt, sie schimpfen oder sich langatmig und kaum verst\u00e4ndlich ausdr\u00fccken, toleriere es. Sei nicht roh und beleidigend, damit Dein Gott auch zu Dir freundlich und barmherzig sein m\u00f6ge und Dich daf\u00fcr belohne, da\u00df Du seine Befehle befolgt hast. Wenn Du ihnen etwas gibst, tu es gro\u00dfz\u00fcgig, offenherzig und mit leichter Hand; bist Du aber gezwungen, ihnen etwas abzuschlagen, dann tu es so, da\u00df ihnen Dein Ablehnen ebenso gef\u00e4llt wie Dein Gew\u00e4hren.Bestimmte Pflichten mu\u00dft Du pers\u00f6nlich erf\u00fcllen. Dazu geh\u00f6rt das Beantworten der Briefe Deiner Beauftragten und Staatsbediensteten, was nicht von Deinen Sekret\u00e4ren erledigt werden kann. Wenn Du glaubst, da\u00df Deine Staatsbediensteten den Beschwerden und Klagen der \u00d6ffentlichkeit nicht gewachsen sind, dann solltest Du Dich pers\u00f6nlich darum k\u00fcmmern.Du mu\u00dft die Arbeit eines Tages noch am selben Tage beenden, denn jeder Tag bringt Dir seine besondere, neue Arbeit. Reserviere aber Deine beste Zeit f\u00fcr die Gebete zu Gott &#8211; obgleich jede Arbeit f\u00fcr den Staat eine Arbeit ist, die Du f\u00fcr Gott leistest, vorausgesetzt jedoch, da\u00df Du sie ehrlich und zielbewu\u00dft verrichtest und das Volk damit gl\u00fccklich und zufrieden machst.Zu den Pflichten, die Du sorgf\u00e4ltig erf\u00fcllen mu\u00dft, geh\u00f6ren also auch Deine t\u00e4glichen Gebete. Sie sollen aufrichtig und regelm\u00e4\u00dfig verrichtet werden. Setze daf\u00fcr eine Zeit am Tage und in der Nacht fest. Du wirst Deine physische Kraft f\u00fcr diese Pflicht schon belasten m\u00fcssen &#8211; auch wenn Dich das erm\u00fcden mag. Verrichte Deine Gebete aufrichtig und korrekt, aber bete nicht zu lange, damit die, die mit Dir beten, nicht \u00fcber Geb\u00fchr erm\u00fcdet werden; bete jedoch auch nicht zu kurz, damit Deine Gebete nicht unvollkommen und damit ung\u00fcltig werden. Denke auch daran, da\u00df unter denen, die hinter Dir stehen, Kranke oder Menschen, die wichtige Pflichten erledigen m\u00fcssen, sein k\u00f6nnen. Als der Prophet &#8211; der Friede und der Segen Gottes seien mit ihm und mit seiner Familie &#8211; mich in den Jemen sandte, fragte ich ihn, wie ich die Gebete verrichten sollte. Er antwortete: &#8222;Bete so wie die schw\u00e4chste Person, die sich unter Euch befindet und sei freundlich zu den Gl\u00e4ubigen.&#8220;H\u00fcte Dich davor, Dich lange Zeit nicht in der \u00d6ffentlichkeit blicken zu lassen, denn wenn die Regierenden sich zur\u00fcckziehen, ist dies ein Zeichen daf\u00fcr, da\u00df der Staat zur Repression neigt. Es ist Anma\u00dfung, und das Ergebnis einer solchen Haltung ist, da\u00df Du \u00fcber die Geschehnisse im Staat unwissend bleibst und ihre Bedeutung und Hintergr\u00fcnde nicht erkennst; Du wirst kleineren Ereignissen gro\u00dfe Bedeutung beimessen und wichtige Tatsachen \u00fcbersehen. Und, was noch wichtiger ist, Du verlierst die F\u00e4higkeit, zwischen Gut und B\u00f6se, Recht und Unrecht unterscheiden zu k\u00f6nnen, wirst das eine f\u00fcr das andere nehmen oder beide hoffnungslos miteinander vermischen.Alles in allem ist ein Regierender ein Mensch wie jeder andere. Er bleibt \u00fcber Tatsachen in Unkenntnis, \u00fcber die man ihn auch im unklaren lassen will die \u00d6ffentlichkeit k\u00f6nnte schon das rechte Licht darauf werfen doch so wird das Wahre mit dem Falschen vermischt und kann nicht mehr unterschieden werden, denn auf der Stirn der Wahrheit gibt es keine Geburtsmale, durch die man sie von der Unwahrheit unterscheiden k\u00f6nnte: man hat sich an Tatsachen zu orientieren und das Reale vom Irrealen zu unterscheiden. Nur so kann man zur Wahrheit gelangen. Denk daran, da\u00df es nur zwei Arten von Gouverneuren gibt, und zu einer von beiden wirst Du geh\u00f6ren. Du wirst entweder ein gottesf\u00fcrchtiger, aufrichtiger und sorgf\u00e4ltiger Sachwalter der Gesellschaft sein, im richtigen Augenblick das Richtige tun und stets den Prinzipien der Gerechtigkeit folgen, die Rechte der anderen sch\u00fctzen und Dein Bestes geben, Deine Verpflichtungen gewissenhaft erf\u00fcllen und im Sinne Gottes edelm\u00fctig und freigebig handeln. Warum solltest Du dann die \u00d6ffentlichkeit fliehen? F\u00fcrchtest Du die Erf\u00fcllung des Rechtes, wozu Du doch verpflichtet bist oder dr\u00fcckst Du Dich vor einer Gunst, die Du zu erweisen hast? Du kannst ein Geizhals sein, jemand, der sich dr\u00fcckt, wo er gro\u00dfz\u00fcgig sein sollte. Dann werden nat\u00fcrlich die Leute, sobald sie Deinen Charakter durchschaut haben, aufh\u00f6ren, Dich um Wohltaten zu bitten.Eines solltest Du nicht \u00fcbersehen: Die meisten Forderungen, die das Volk Dir vortr\u00e4gt, kosten Dich pers\u00f6nlich gar nichts, da sie die Durchsetzung von Rechten, Verpflichtungen des Staates, Beschwerden \u00fcber staatliche Unterdr\u00fcckung und Rufe nach Gerechtigkeit betreffen. Du solltest auch die Tatsache nicht \u00fcbersehen, da\u00df sich normalerweise besonders bevorzugte und vertraute Personen um den Gouverneur sammeln; sie k\u00f6nnten versuchen, Vorteile aus ihren Positionen zu ziehen und zu Selbstsucht, Betrug, Korruption und Unterdr\u00fcckung neigen. Wenn Du in Deiner Umgebung solche Leute entdeckst, dann treibe ihnen solche Motive und W\u00fcnsche aus. La\u00df sie fallen, so eng sie auch mit Dir verbunden sein m\u00f6gen. Beende diesen Skandal umgehend und s\u00e4ubere Deine Umgebung von solch moralischem und geistigem Unrat.L\u00e4ndereien darfst Du niemals an Deine Freunde und Verwandten verpachten. Erlaube ihnen ebenfalls nicht, die Wasserversorgung oder L\u00e4ndereien, die einen besonderen Wert f\u00fcr die Gemeinschaft haben, in ihren Besitz zu bringen. Wenn sie dies n\u00e4mlich erreichen, werden sie andere unterdr\u00fccken, um daraus ungerechtfertigten Profit f\u00fcr sich selbst zu ziehen. Die Fr\u00fcchte werden sie f\u00fcr sich sammeln &#8211; Dir aber bleibt nur ein schlechter Ruf in dieser und Bestrafung in der n\u00e4chsten Welt. Setze das Recht gegen\u00fcber allen, die es verdient haben, durch, seien es nun Dir Nahestehende oder Fremde, und auch, wenn es mit Schwierigkeiten verbunden ist. Trage diesen Kummer mit Geduld, la\u00df ihnen das zuteil werden, was sie verdient haben, und hoffe auf die himmlische Belohnung. Ich versichere Dir, es wird Dir gute Fr\u00fcchte einbringen.Wenn Dir die Leute wegen bestimmter strenger Ma\u00dfnahmen vorwerfen, Du w\u00fcrdest Dich wie ein Tyrann und Unterdr\u00fccker auff\u00fchren, dann tritt ihnen offen entgegen, beseitige ihr Mi\u00dftrauen, konfrontiere sie mit den Tatsachen und la\u00df sie so die Wahrheit erkennen. Das wird Deinen Gerechtigkeitssinn schulen; dem Volk gegen\u00fcber ist es ein Akt des Entgegenkommens, und das Vertrauen, das Du ihm entgegenbringst, wird es veranlassen, Dein Bem\u00fchen um Wahrheit und Gerechtigkeit zu unterst\u00fctzen; und wenn Du in der Sache der Wahrheit seine Unterst\u00fctzung erhalten hast, wirst Du auch das Ziel erreichen, das Du anstrebst.Wenn Dein Feind Dir ein Friedensabkommen anbietet, dem Gott zustimmen k\u00f6nnte, so verweigere Dich einem solchen Angebot nicht. Denn der Frieden wird Deinen Armeen angenehm sein und Dich aller Sorgen um die Sicherheit des Landes entheben. H\u00fcte Dich aber selbst nach einem solchen Abkommen vor den Feinden und schenke ihren Versprechungen nicht uneingeschr\u00e4nkten Glauben, denn oft schlie\u00dfen sie Friedensvertr\u00e4ge und Abkommen nur, um Dich zu t\u00e4uschen und zu betr\u00fcgen und Vorteile aus Deiner Leichtgl\u00e4ubigkeit und Vertrauensseligkeit zu ziehen. Sei vorsichtig und weitsichtig zugleich, und brich niemals das dem Feind gegebene Versprechen; nimm ihm niemals die Sicherheit, die Du ihm gew\u00e4hrt hast, halte Dein Wort, und versto\u00dfe niemals gegen die Bestimmungen des Abkommens, das Du mit ihm getroffen hast. Sei bereit, Dein eigenes Leben auf`\u00b4s Spiel zu setzen, um einmal gegebene Versprechen zu erf\u00fcllen und nicht gegen die getroffenen \u00dcbereink\u00fcnfte zu versto\u00dfen; denn von allen Verpflichtungen, die Gott dem Menschen gegen\u00fcber seinem Mitmenschen auferlegt hat, ist keine wichtiger als die Einhaltung eines Versprechens. Wenn sich auch die Menschen in ihren Ansichten und Denkweisen unterscheiden m\u00f6gen, so stimmen sie doch darin \u00fcberein, da\u00df ein Versprechen gehalten werden mu\u00df. Selbst die Polytheisten, die ein ganz anderes Wertsystem besitzen als die Muslime, achten darauf, Versprechen, die sie einander gegeben haben, zu halten, denn auch sie kennen die b\u00f6sen Konsequenzen gebrochener Versprechen. Sei nicht hinterh\u00e4ltig, wenn Du Sicherheit versprichst, und brich niemals Dein Wort. Greife auch niemals an oder bereite einen Angriff vor, bevor Du nicht den Krieg erkl\u00e4rt oder ein Ultimatum gestellt hast. T\u00e4uschung und Betrug selbst Deinen Feinden gegen\u00fcber ist Betrug gegen Gott; nur ein unverbesserlicher S\u00fcnder w\u00fcrde so etwas wagen.All dies hat Gott, der Allm\u00e4chtige, in seiner grenzenlosen Liebe und G\u00fcte zur Grundlage des friedlichen Zusammenlebens aller Menschen erkl\u00e4rt. Daher sollte es &#8211; auch nicht zwischen den Zeilen &#8211; weder Betrug noch Verrat und T\u00e4uschung geben, wenn Du ein Versprechen abgibst oder ein Abkommen triffst. Verwende also niemals Worte und Redewendungen, die verschiedene Deutungen und Interpretationen zulassen. La\u00df keine Zweideutigkeiten aufkommen und dr\u00fccke Dich klar, genau und sachbezogen aus. Versuche niemals, nach Abschlu\u00df eines Abkommens aus einer zweideutigen Redewendung oder einem Wort einen Vorteil f\u00fcr Dich herauszuschlagen. Befindest Du selbst Dich aufgrund einer \u00dcbereinkunft, die in der Sache Gottes getroffen worden ist, in einer schwierigen Lage, dann bem\u00fche Dich, Dich der Situation zu stellen und die Schwierigkeiten zu meistern; versuche aber nicht, die Bestimmungen zu mi\u00dfachten, denn es ist besser, sich solchen Schwierigkeiten und komplizierten Situationen zu stellen und Gottes Belohnung und Segen zu gewinnen, als deswegen ein Versprechen zu brechen. Sonst hast Du &#8211; weder im Diesseits noch im Jenseits &#8211; keine M\u00f6glichkeit, dem Zorn Gottes zu entrinnen.H\u00fcte Dich vor der S\u00fcnde, unrechtm\u00e4\u00dfig Blut zu vergie\u00dfen, denn nichts f\u00fchrt den Zorn Gottes schneller herbei, nimmt schneller seine Gnade von Dir, l\u00e4\u00dft Dich seine Strafe eher verdienen und verk\u00fcrzt die Spanne Deines Lebens mehr, als wenn Du unschuldiges Blut vergie\u00dft. Am Tage des Gerichtes wird sich Gott zuallererst den S\u00fcnden des Blutvergie\u00dfens zuwenden, die der Mensch gegen den Menschen begangen hat. Versuche daher niemals, Deine Macht, Position und Dein Prestige dadurch zu vermehren, da\u00df Du unschuldiges Blut vergie\u00dft. Deine Position wird durch solche Morde nicht gest\u00e4rkt, vielmehr k\u00f6nnen sie Deine Macht vollst\u00e4ndig brechen, sie Dir entrei\u00dfen und dazu f\u00fchren, da\u00df sie einem anderen zuf\u00e4llt. Wenn Du mit Absicht einen Menschen get\u00f6tet hast, so werden weder Gott noch ich Deine Entschuldigung annehmen, denn vors\u00e4tzlicher Mord wird ausnahmslos ges\u00fchnt. Hast Du einen Menschen unbeabsichtigt get\u00f6tet oder haben bei der Durchf\u00fchrung rechtm\u00e4\u00dfiger Strafen Deine Peitsche, Dein Schwert oder auch Deine Hand unabsichtlich und unachtsam den t\u00f6dlichen Schlag verursacht &#8211; denn auch ein kr\u00e4ftiger Schlag oder ein Sto\u00df auf das Ohr k\u00f6nnen schon den Tod zur Folge haben -, dann weigere Dich nicht aus \u00dcbersch\u00e4tzung Deiner Amtsvollmachten, den Erben die ihnen zukommende Entsch\u00e4digung zu zahlen.H\u00fcte Dich, Malik, davor, Eitelkeit und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung zu entwickeln, bilde Dir nichts auf die guten Anlagen, die Du in Deinem Charakter entdeckt zu haben glaubst, oder auf Deine guten Taten ein. La\u00df Dich auch nicht durch Schmeicheleien und Komplimente zu Eitelkeit und Egoismus verf\u00fchren. Denke daran, da\u00df unter all den Listen und Kniffen, mit denen er die guten Taten der Frommen zunichte machen und ihre Fr\u00f6mmigkeit zerst\u00f6ren will, der Teufel vor allem auf Schmeichelei und Lob baut.Prahle daher nicht mit Gunstbezeugungen und Freundlichkeiten, die Du dem Volk erwiesen hast, und versuche, Dir Deine Freude dar\u00fcber nicht anmerken zu lassen. Denke nicht zu sehr an das Gute, das das Volk von Dir empfangen hat, und brich kein Versprechen, das Du einmal gegeben hast, denn diese drei Gewohnheiten sind sehr h\u00e4\u00dfliche Charakterz\u00fcge: die Gewohnheit, mit G\u00fcte und Wohltaten zu prahlen, l\u00f6scht Deine Tugenden aus; die Gewohnheit, zu \u00fcbertreiben, verschleiert die Wahrheit, und die Gewohnheit, Versprechen zu brechen, mi\u00dff\u00e4llt Gott und den Menschen. Gott verabscheut es, wenn man nicht tut, was man sagt.\u00dcberst\u00fcrze Deine Entscheidungen und Taten nicht. Wenn aber die Zeit f\u00fcr eine Tat oder Entscheidung reif ist, dann sei auch nicht tr\u00e4ge, verschwende keine Zeit und zeige keine Schw\u00e4che. Wenn Du keinen ordentlichen Weg findest, um eine Sache sofort auszuf\u00fchren, dann bestehe nicht auf dem falschen Weg, und wenn Du eine gute L\u00f6sung findest, dann sei auch nicht zu phlegmatisch, sie anzunehmen. Kurz, tu alles zu seiner Zeit und in der richtigen Weise und gib jeder Sache ihren richtigen Platz.Gib acht, Malik, da\u00df Du nicht gr\u00f6\u00dfere Anspr\u00fcche auf etwas anmeldest, auf das andere dieselben Anrechte haben. Verschlie\u00dfe Deine Augen nicht vor Fehlurteilen und \u00dcbergriffen Deiner Administration, denn letztendlich wirst Du f\u00fcr das B\u00f6se verantwortlich gemacht, das auf diese Weise anderen zugef\u00fcgt worden ist. In naher Zukunft werden schlechte Taten aufgedeckt werden, und Du wirst f\u00fcr das B\u00f6se bestraft, das Hilflosen und Unterdr\u00fcckten angetan worden ist. Achte also darauf und halte auch Dein Temperament unter Kontrolle. Z\u00fcgle Deinen Zorn ebenso wie das Verlangen nach Arroganz und Eitelkeit. Achte auf Deine H\u00e4nde, wenn sie bestrafen m\u00fcssen, und auf die Sch\u00e4rfe Deiner Zunge, wenn sie harte Dinge sagen mu\u00df. Der beste Weg hierf\u00fcr ist der, keine voreiligen \u00c4u\u00dferungen zu machen und eine Bestrafung aufzuschieben, bis Deine Erregung abgeklungen ist und Du wieder die vollst\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber Dich gewonnen hast. Dies kannst Du nur erreichen, wenn Du Dir st\u00e4ndig bewu\u00dft machst, da\u00df Du zu Gott zur\u00fcckkehren mu\u00dft, und Deine Furcht gr\u00f6\u00dfer ist als jedes andere Gef\u00fchl.Versuche, die guten und n\u00fctzlichen Dinge, die in der Vergangenheit vollbracht worden sind, jederzeit im Auge zu behalten: die Aktivit\u00e4ten einer gerechten und wohltuenden Staatsverwaltung, das Erbe und die \u00dcberlieferung des Propheten, die Gebote Gottes, die durch Sein Buch gegeben wurden, und Dinge, die Du mich tun sahst oder sagen h\u00f6rtest. Folge all dem, was ich Dir gesagt habe, und halte Dich an diese Richtlinien. Ich habe damit versucht, Dich all das zu lehren, was Du \u00fcber eine gute Regierung wissen mu\u00dft. Ich habe meine Pflicht Dir gegen\u00fcber erf\u00fcllt, damit Du in den Momenten, in denen Dich Deine Begierden in Versuchung f\u00fchren, keinen Vorwand hast; wenn Du aber der Versuchung erliegst, dann wirst Du vor Gott keine Entschuldigung haben.Ich flehe zu Gott, da\u00df er in seiner grenzenlosen Gnade und seiner h\u00f6chsten Macht unsere Gebete erh\u00f6ren m\u00f6ge und uns beide zu seiner g\u00f6ttlichen Leitung hinf\u00fchre, damit wir sein Wohlgefallen erringen, unsere Sache erfolgreich vor ihm vertreten, vor seinen Gesch\u00f6pfen einen guten Ruf gewinnen, gute Ergebnisse aus wohlt\u00e4tigem und gerechtem Handeln erzielen und zur Entwicklung und zum Wohlergehen des Staates beitragen, damit wir unser Ende als M\u00e4rtyrer und fromme Menschen erreichen.M\u00f6gen Gottes Frieden und Segen mit dem Propheten und seinem Hause sein. 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