{"id":168,"date":"2019-07-13T22:19:55","date_gmt":"2019-07-13T20:19:55","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ahlebeyt-de\/?p=168"},"modified":"2019-07-14T22:17:53","modified_gmt":"2019-07-14T20:17:53","slug":"charakter-und-verhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/archive\/168","title":{"rendered":"Charakter und Verhalten"},"content":{"rendered":"<div class=\"post-content\">\n<p><strong>Professor Mesbah Yazdi<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was Bedeutet &#8222;Charakter&#8220; und wie entsteht er?Bevor wir \u00fcber die bedeutende Rolle des Charakters und die Wege zur Trennung der menschenw\u00fcrdigen Eigenschaften von denen, die ihm nicht geb\u00fchren, durchleuchten und bevor wir \u00fcber die charakterliche L\u00e4uterung im Islam sprechen, muss zun\u00e4chst einmal dargestellt werden, was der &#8222;Charakter&#8220; eigentlich ist und wie er zustande kommt.Den Handlungen, die der Mensch willentlich unternimmt, gehen andere vorbereitende voraus, die nach au\u00dfen hin zu erkennen sind. Jedoch auch innerlich werden Handlungen durch eine Reihe gedanklicher Schritte und auf Erlerntem beruhenden Erw\u00e4gungen in die Wege geleitet.Nehmen wir als Beispiel jemanden, der seinen Bekannten besuchen will: Er muss nicht nur sich k\u00f6rperlich in Bewegung setzen, in eine bestimmte Richtung gehen oder ein Fortbewegungsmittel benutzen, sondern er muss auch gedanklich sozusagen &#8222;eine Strecke zur\u00fccklegen&#8220;. Mit anderen Worten &#8211; er m\u00fcsste sich mit dem geistigen Auge das Treffen mit dem Bekannten vergegenw\u00e4rtigen. M\u00fcsste sehen, welchen Nutzen hat es und diesen Nutzen abw\u00e4gen mit dem Schaden, den er eventuell dabei auch nimmt, sowie dem Unrecht, das er vielleicht dadurch begeht. Kurz, auf einer seelisch -geistigen Waage zieht er den Vergleich und fasst seinen Entschluss.Nutzen und Freuden, die mit einem bestimmten Vorgehen in Zusammenhang gebracht werden, und aufgrund derer wir uns f\u00fcr dieses Vorgehen entscheiden, k\u00f6nnen verschiedener Art sein. K\u00f6nnen k\u00f6rperliche Form annehmen wie das Gef\u00fchl der S\u00e4ttigung nach dem Essen, die empfundene Ruhe durch Schlaf oder auch die Kr\u00e4ftigung der Muskeln durch k\u00f6rperliche Bet\u00e4tigung. Auch geistige Vorstellungen z.B. die, in eine leitende Stellung zu gelangen, anderen vorangestellt und respektvoll behandelt zu werden, k\u00f6nnen zu einem bestimmten Verhalten stimulieren. Ebenso ein intellektueller Genuss, der in der Erkenntnis der Wahrheiten oder h\u00f6herer geistiger Vervollkommnung liegt, die ein wissenschaftlicher Lehrgang und die ihm vorangehenden einleitenden Studien mit sich bringen k\u00f6nnen.Jeder fasst aufgrund des eigenen Wissens einen Nutzen und Genusserfolg ins Auge und h\u00e4lt deren Erreichung f\u00fcr erforderlich. Somit liegt das Hauptmotiv f\u00fcr alle willentlichen Handlungen eben darin, dass der Handelnde zu der \u00dcberzeugung gelangt, einen bestimmten Nutzen und ein bestimmtes Genusserlebnis erzielen zu m\u00fcssen.Betrachten wir in diesem Zusammenhang eine Gruppe verschiedener Menschen, die sich \u00fcber ein Studium Gedanken machen. Sie erw\u00e4gen alle den Wert des Wissens und der Vorteile, die ihnen durch ein solches zugute kommen werden. Stellen diesen Vorz\u00fcgen aber auch die M\u00fchen und Anstrengungen gegen\u00fcber, die sie w\u00e4hrend dieser Ausbildung auf sich nehmen m\u00fcssten, ebenso wie die entstehenden finanziellen Unkosten. Kurz, alle zeitlichen und \u00f6rtlichen Umst\u00e4nde sowie s\u00e4mtlicher auch nur eventueller Schaden oder Nutzen werden in Betracht gezogen.Einer von diesen Personen, welche \u00fcber einen Hochschullehrgang \u00dcberlegungen anstellen, misst dem intellektuellen Nutzen hohen Wert bei. In seinen Augen verlieren alle M\u00fchen und Entbehrungen demgegen\u00fcber an Gewicht, und auf dieser Grundlage trifft er die Entscheidung, eine Ausbildung an der Universit\u00e4t zu beginnen.Den n\u00e4chsten lockt die f\u00fcr ihn besonders angenehme Vorstellung, sp\u00e4ter einmal den Respekt der anderen f\u00fcr sich zu gewinnen. Ihn l\u00e4sst diese Aussicht den Entschluss zur Aufnahme eines Studiums fassen.Ein Dritter hat materielle Gewinne und Freuden ins Auge gefasst, zu denen er mit Wahrscheinlichkeit durch das Studieren und durch das angeeignete Wissen gelangen wird.Einem anderem wiederum entscheinen die Entbehrungen, die er w\u00e4hrend der Ausbildungszeit auf sich nehmen m\u00fcsste, zu anstrengend. Er bevorzugt das Bequemlichere und gibt den Gedanken an ein Studium auf.Wir beobachten somit einen Unterschied zwischen den getroffenen Entscheidungen und Verhaltensweisen der einzelnen und zwar ist selbiger wiederum in einem Unterschied hinsichtlich der Denkweise und der Erkenntnisstufe eines jeden zu suchen. Sie sind es, die mit dazu beitragen, dass in bestimmten Situationen die Beurteilung \u00fcber Notwendigkeil einer Handlung verschieden ausf\u00e4llt.Solche geistigen Vorbereitungen gehen mehr oder weniger jeder Handlungsentscheidung voraus. Selbst bei den lebensnotwendigsten Bed\u00fcrfnisbefriedigungen wie beim Essen und Trinken ist dem so, jedoch mit dem Unterschied, dass vorhandene Empfindungen erheblich bei den vorbereitenden \u00dcberlegungen zu einer Entscheidung beitragen und den Menschen schneller zu einer Entschlussfassung gelangen lassen. Existentielle Bed\u00fcrfnisse und nat\u00fcrliche Triebe bestimmen hier die Marschroute und k\u00fcrzen den komplizierten Pfad durch die Gedankenwelt ab. Das Geheimnis dieser beschleunigten geistigen Bet\u00e4tigung liegt darin, dass der Mensch sich \u00fcber die Notwendigkeit der ins Auge gefassten Handlung im Klaren ist. Gespeicherte Erfahrung hat ihm &#8211; mehr als in manch anderen F\u00e4llen &#8211; den automatisch sich einstellenden Nutzen und Genussgewinn einer solchen Handlung bewiesen. Daher wird er, wenn die Notwendigkeit, eine bestimmte Handlung zu unternehmen, in allen F\u00e4llen und unter allen Umst\u00e4nden die gleiche ist, ohne Z\u00f6gern diese Handlung auch in Angriff nehmen.In vielen F\u00e4llen jedoch k\u00f6nnen innere Neigungen und Emotionen dem Menschen nicht bei einer Entschlussfassung dienlich sein &#8211; im Gegenteil &#8211; sie ziehen einen dichten Schleier vor die Vernunft und hindern ihn daran, die richtigen \u00dcberlegungen anzustellen. Das durch ein Gef\u00fchl entstandene Wunschverlangen steht manchmal im Widerspruch zur Vernunft, und da sich bei den meisten Menschen besonders in den Anfangsstadien ihres Lebens die Vernunft noch nicht stark genug herausgebildet hat und leicht unterliegt, erwidern sie eher den Forderungen der Gef\u00fchle als dem Verstand.Ein Kind zum Beispiel fasst, wenn es hungrig ist und eine geliebte S\u00fc\u00dfigkeit vor sich sieht, sofort den Entschluss, diese zu verspeisen. Es achtet dabei nicht auf hiesige und jenseitige Schaden, die vielleicht der Verzehr einer solchen S\u00fc\u00dfigkeit mit sich bringt, und handelt, ohne seine Vernunft vor der Entscheidung zu Hilfe zu nehmen.An dieser Stelle m\u00f6chten wir die Feststellung einschieben, dass ein solcher kindlicher Zustand leider auch in nicht wenigen Erwachsenen weiter existiert, was f\u00fcr sich schon den Beweis f\u00fcr die Erforderlichkeit einer charakterlichen L\u00e4uterung und Erlangung besserer menschlicher Qualit\u00e4ten liefert.Jede Handlung, die der Mensch zum ersten Mal begeht, ob sie nun seinen W\u00fcnschen und Trieben sowie Emotionen entspricht oder auch ihnen zuwiderl\u00e4uft, hinterl\u00e4sst ihre besonderen Spuren in seinem Wesen. Die Tatsache, dass er schon einmal so gehandelt hat, bereitet ihn darauf vor, sich beim n\u00e4chsten mal genauso zu verhalten und ganz offensichtlich f\u00fchrt der Mensch eine Handlung beim zweiten Mal leichter durch als beim ersten. Durch Wiederholung und zunehmende H\u00e4ufigkeit einer bestimmten Aktion f\u00e4hrt sich dieser Ablauf immer mehr ein, bis er als eine Gewohnheit und Charaktereigenschaft hervortritt.Hat jemand sich an eine bestimmte Handlung gew\u00f6hnt, so wird er demnach dazu um ein vielfaches mehr f\u00e4hig sein als jener, der sie zum ersten Male unternimmt. Das hei\u00dft folglich auch, dass er die Notwendigkeit eines solchen Vorgehens gedanklich ebenfalls in einer viel k\u00fcrzeren Zeitspanne als richtig best\u00e4tigt sieht und daraufhin auch viel schneller seinen Entschluss zum Agieren fasst.Bei den normalen allt\u00e4glichen T\u00e4tigkeiten und Handlungen ist die Best\u00e4tigung deren Notwendigkeit wie zur festen Formel geworden. Eine Formel von geistigen Vorbereitungsschritten f\u00fcr das darauf folgende Tun. Diese Formel bleibt im Wesen des Menschen weiter bestehen, so dass ein langes einleitendes Abw\u00e4gen wegf\u00e4llt. So einfach sind diese gedanklichen Schemen nicht wieder auszul\u00f6schen und, wie schon gesagt: Die pers\u00f6nliche Beweisf\u00fchrung f\u00fcr die Erforderlichkeit einer Handlung bildet das Hauptmotiv, welches zur Durchf\u00fchrung dieser -sei es nun negativen oder positiven- Handlung veranlasst.Aus diesen Gewohnheiten und Eigenschaften, die in der Seele der Menschen festen Fu\u00df gefasst haben, resultieren entsprechende Handlungen und auch entsprechende Eindr\u00fccke. Wir nennen sie &#8222;Charakterz\u00fcge&#8220;, wie z.B. Freigebigkeit, Mut, Enthaltung vom Verbotenen und andere, auch negative. Diejenigen Angewohnheiten, die mit dem Zweck der Sch\u00f6pfung und des Lebens \u00fcbereinstimmen, stellengute Angewohnheiten dar und sind begr\u00fc\u00dfenswert. Solche aber, die Sch\u00f6pfung und Lebensziel zuwiderlaufen bleiben h\u00e4sslich und verdienen es, abgelehnt zu werden. Zu einem &#8222;guten Charakter&#8220; z\u00e4hlen die erstgenannten Eigenschaften und zu einem &#8222;schlechten&#8220; die zweiten.Auswirkung des Charakters auf Wohl und Unwohl des MenschenOb der Charakter des Menschen gut ist oder schlecht, das wirkt sich entscheidend auf sein Wohlergehen aus. Unbestreitbar hat er seinen Einfluss auf das private Leben sowie das soziale Dasein, beeinflusst er die diesseitige und auch die dortige Existenz. Es w\u00fcrde den Rahmen einer kurzen Abhandlung wie dieser sprengen, die einzelnen Eigenschaften und ihre Folgeerscheinungen alle zu beschreiben. Aber auch eine l\u00e4ngere Abhandlung k\u00f6nnte nur hinl\u00e4nglich reichen. Wir wollen an dieser Stelle uns daher auf einen gr\u00f6beren \u00dcberblick beschranken und allgemein die Auswirkungen des Charakters auf Freuden und Leiden im irdischen Leben sowie in der Ewigkeit aufzeigen.Die innere Pers\u00f6nlichkeit eines jeden setzt sich aus seinen in der Seele verankerten Eigenschaften und Angewohnheiten zusammen. Menschenw\u00fcrdige bzw. &#8211; unw\u00fcrdige Charakterz\u00fcge wirken auf unseren geistig &#8211; seelischen Zustand und bestimmen ihn \u00e4hnlich wie st\u00e4rkende bzw. sch\u00e4dliche Nahrung die k\u00f6rperliche Gesundheit f\u00f6rdern bzw. beeintr\u00e4chtigen oder in Gefahr bringen. Aus dieser Perspektive betrachtet, tritt der direkte Zusammenhang zwischen Wohl bzw. Unwohl des Menschen und gutem bzw. schlechtem Charakter deutlich an den Tag.Wahres &#8222;Gl\u00fccklichsein&#8220; und wahres &#8222;Elend&#8220; h\u00e4ngen somit auch unmittelbar von den guten und schlechten Taten an. Wir hatten in der einleitenden Darlegung folgenden Schluss gezogen: Das Leitmotiv zu willentlich unternommenen Handlungen liegt darin, dass der Handelnde daran glaubt, dass diese Handlung unter den gegebenen Umst\u00e4nden eine Notwendigkeit darstellt und er sie durchf\u00fchren muss. Ebenso haben wir festgestellt, dass die zuvor stattgefundene urheberische Schlussfolgerung, dass dieses Verhalten ein Erfordernis ist, im Gedankengut des Menschen immer weiter fortbestehen wird, wenn sich eine solche Verhaltensweise zu seiner Angewohnheit entwickelt hat. Demnach bilden gute bzw. schlechte Charakterz\u00fcge die Einflussreichsten Faktoren darauf, ob der Mensch gut oder schlecht handelt. Und davon wiederum h\u00e4ngt sein Wohl bzw. sein Unwohl ab.Wenden wir uns jedoch den Auswirkungen des menschlichen Charakters auf das gesellschaftliche Leben zu. Betrachten wir dazu einmal genau und richtig die Korruption und Verdorbenheiten Inder Gesellschaft, das Blutvergie\u00dfen und die Zerst\u00f6rungen und Verw\u00fcstungen, die von Menschenhand geschehen: Wir werden sehen, dass die Zerst\u00f6rungen und Verw\u00fcstungen, die von Menschenhand geschehen: Wir werden sehen, dass die Hauptursache f\u00fcr diese totalen Missst\u00e4nde in der Selbstsucht, in der Arroganz, im Stolz und im falschem Ehrgeiz und \u00e4hnlichen h\u00e4sslichen Eigenschaften zu suchen sind. Eigenschaften, die in denen den Wurzeln geschlagen haben, die ein Volk oder V\u00f6lker anf\u00fchren. Ihre Charaktermerkmale \u00e4u\u00dfern sich darin, dass sie als Machtinhaber andere V\u00f6lker auf unrechtm\u00e4\u00dfige Weise beeinflussen und beherrschen wollen, und nicht nur andere Nationen, sondern auch die eigene in form einer Diktatur unterdr\u00fccken und bevormunden.Auch was sich innerhalb der Regierungsapparate und der verschiedenen staatlichen Einrichtungen an Ungerechtigkeit und Korruption abspielt, ist auf die Verdorbene Moral und den zweifelhaften Charakter der verantwortlichen Kr\u00e4fte zur\u00fcckzuf\u00fchren. Doch auch in der kleineren gesellschaftlichen Einheiten, wie Stadtviertel und Ortschaft oder auch das Umfeld in der Familie: Die Tatsache, dass es hier zu Reibung und Machtstreit kommt, hat ebenfalls ihre Wurzeln darin, dass der einzelne sich nicht um einen besseren Charakter bem\u00fcht hat.Besitzen Mann und Frau, die sich mit dem Ziel &#8222;Gemeinsamkeit und Einigkeit&#8220; die Hand zur Bildung einer Familie reichen, menschenw\u00fcrdige Charakterz\u00fcge und begr\u00fc\u00dfenswerte Angewohnheiten, so k\u00f6nnen sie aus der kleinen Gemeinschaft ein warmes Nest gestalten, in dem Freundlichkeit, Zuneigung, Fr\u00f6hlichkeil und &#8222;Gl\u00fcck&#8220; herrschen. Was aber, wenn im Wesen eines jeden von ihnen, h\u00e4ssliche Eigenschaften und Gewohnheiten wie scheu\u00dfliche D\u00e4monen hocken, die w\u00e4hrend des gemeinschaftlichen Lebens in vielerlei Gestalt ans Tageslicht treten und unweigerlich die Familie welche doch immer ein Hauch von W\u00e4rme und Lebensfreude erf\u00fcllen sollte, umwandeln in einen Kriegsschauplatz f\u00fcr negative Str\u00f6mungen und rebellische tierhafte Triebe? Zu einer Arena, in der Furchterregende wilde D\u00e4monen wie rei\u00dfende Tiere ihren k\u00e4mpf austragen. Diese Untiere sind die h\u00e4sslichen und absto\u00dfenden Eigenschaften im Menschen. Sie haben sich in der Tiefe der Seele und in ihren Winkeln eingenistet und warten nur auf g\u00fcnstige Bedingungen, um hervorzudringen und sich selbst und ihre Macht zu zeigen.Zudem: Diese gef\u00e4hrlichen Attribute und schlechten Angewohnheiten werden au\u00dferdem teilweise, einem Erzichungsmechanismus gehorchend, auf die Kinder \u00fcbertragen, wodurch auch die darauffolgende Generation durchweg wie sie selbst in Verderbnis und Ungl\u00fcck hineingetrieben wird.Dies war nur ein kleines Beispiel f\u00fcr die Auswirkungen des Charakters auf die kleinste Einheit im gesellschaftlichen Leben, auf die Familie, Je weiter wir die Grenzen ziehen und je gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche R\u00e4ume wir betrachten, desto mehr wachst auch des Aktionsfeld der menschlichen Eigenschaften, von den positiven bis zu den negativen, und auch die wertvollen Wirkungen eins guten Charakters bzw. die Gefahren eines schlechten zeichnen sich deutlicher ab.Wir sollten zudem noch weiter und dar\u00fcber hinaus gehen, denn obiges Feld bezieht sich nur auf den begrenzten und vorl\u00e4ufigen Existenzabschnitt der Menschheit, namens &#8222;Erdenleben&#8220;, Es sind jedoch besonders auch die Auswirkungen in der ewigen Existenz zu bedenken.Das Ewige Leben ist unbegrenzt, das irdische aber begrenzt, und etwas begrenztes l\u00e4sst sich einerseits nie mit etwas unbegrenztem vergleichen, da der Unterschied zwischen einem begrenzten und einem unbegrenzten Gl\u00fcck unweigerlich auch unbegrenzt sein wird. Ebenso k\u00f6nnen auch die begrenzten Gefahren und Leiden und nicht begrenzten nur grenzenlos voneinander verschieden sein. Auf der anderen Seite wird uns in dieser Welt m\u00f6glicherweise gelingen, durch Erziehung und Selbsterziehung einen schlechten Charakter in einen guten umzuwandeln und uns edle Gewohnheiten zuzulegen. Nach der Barriere &#8222;Tod&#8220; aber ist keine h\u00e4ssliche Eigenschaft mehr zu \u00e4ndern, und das rei\u00dfende, um sich w\u00fctende Tier, der D\u00e4mon im Innern, wird dann auch \u00e4u\u00dfere Form annehmen, wird nicht mehr von der Seite seines Besitzers weichen und ihm st\u00e4ndig Gesellschaft leisten.Die Bedeutung des Charakters vom islamischen Standpunkt ausWer sich auch nur ein wenig in den Versen des Korans und W\u00f6rtern der islamischen Gro\u00dfen auskennt, dem ist bekannt, wie sehr diese himmlische Religion Wert auf den Charakter legt. Es l\u00e4sst sich kaum eine Seile im Koran finden, auf der nicht von seelischen Eigenschaften des Menschen die Rede w\u00e4re und nicht auf verschiedene Art zur L\u00e4uterung des Charakters und Erarbeitung besserer Angewohnheiten angehalten und diese betont wurden w\u00e4ren.In einer der Suren (Sure Sams) schw\u00f6rt Gott, dass das Wohl des Menschen, dass das, was er s\u00e4t und erntet, von einer Reinigung der Seele und Reinigung des Charakters abh\u00e4ngt. Gesetzt den Fall, es g\u00e4be hierzu keine einzige andere Ayeh mehr (Ayeh = kleinster koran abschnitt,), so gen\u00fcgte schon diese sure f\u00fcr sich alleine als Nachweis daf\u00fcr, welch gro\u00dfe Bedeutung der Koran dem Charakter beimisst.\u00dcber einen jeden Charakterzug des Menschen, sein Verhalten als Individuum und als Mitglied der Gesellschaft, bringt der Heilige Koran zahlreiche Verse, Sehr oft wird eine lobenswerte Eigenschaft in Dutzenden von Ayat (Mehrzahl von Ayeh) gepriesen und eine abzulehnende genauso h\u00e4ufig getadelt. Es w\u00fcrde einer langen ausf\u00fchrlichen Beschreibung bed\u00fcrfen, wollten wir uns im einzelnen damit befassen.Umfangreihe Schriften bildet auch das, was uns von dem geehrten Propheten und seinen Nachkommen zum Thema &#8222;Tugend der Selbsterziehung&#8220; und hinsichtlich menschlicher Attribute, die Anerkennung verdienen bzw. zu verurteilen sind, dokumentarisch erhallen blieb. Vom geehrten Propheten (Friede sei mit ihm und seinen Nachkommen) wurde ein Wort \u00fcberliefen, das, g\u00e4be es sonst alle die anderen Weisheiten zu diesem Thema nicht, vollkommen ausreichen w\u00fcrde,, um die Wichtigkeit des menschlichen Charakters in den heiligen islamischen Lehren und von ihrem Standpunkt aus zu verbildlichen. Da n\u00e4mlich, wo er spricht:<strong><em>&#8222;Ich bin gesandt worden, um den edlen Charakter des Menschen noch zu vervollst\u00e4ndigen.&#8220;<\/em><\/strong>In einer anderen \u00dcberlieferung hei\u00dft es von ihm:<em><strong>&#8222;Der Glaube desjenigen ist vollst\u00e4ndiger, der einen besseren Charakter aufweist.&#8220;<\/strong><\/em>Er selbst, der Prophet, verk\u00f6rpert h\u00f6chste Vervollkommnung und Vortrefflichkeil, ist tadelloses Beispiel f\u00fcr einen edlen, reinen Charakter und liebenswerten Umgang mit den Mitmenschen.Gott, der Sch\u00f6pfer und Erhabene, spricht mit hohen Worten \u00fcber das Wesen des Propheten. Er l\u00e4sst ihn wissen:<strong><em>&#8222;F\u00fcrwahr, hast einen gr\u00fc\u00dfartigen Charakter!&#8220;<\/em><\/strong>An einer anderen Stelle bezeichnet er das Wohlverhalten des Propheten als den Schl\u00fcssel zu seinem Erfolg und spricht:<strong><em>&#8222;W\u00e4rest du grob und streng gewesen, so waren alle aus deiner Nahe weggestoben.&#8220;<\/em><\/strong>Auch die Familie des Propheten und seine gro\u00dfen Nachkommen und religi\u00f6sen Vorbilder &#8211; sie waren alle mit den h\u00f6chsten Attributen eines menschlichen Wesens ausgestattet. In ihrem Verhallen und ihren Taten sowie in dem, was sie sagten, kamen seelisch-geistige Vervollkommnungen sichtbar zum Ausdruck. Ihr Erscheinen unter den Menschen war ein hervorragender Faktor, der eine bessere charakterliche L\u00e4uterung und geistig-seelische Erziehung der Menschheit in Bewegung setzte.Bewertungsgrundlagen f\u00fcr die Qualit\u00e4t des CharaktersDie charakterlichen Eigenschaften geh\u00f6ren zu den seelischen Dingen. Ob sie w\u00fcrdig sind oder nicht, das h\u00e4ngt davon ab, inwieweit sie der endg\u00fcltigen Vollkommenheit der menschlichen Seele Gerechtwerden bzw. ihr zuwiderlaufen. Mit anderen Worten, jede Angewohnheit, die dem Ideal des wahrhaft vollkommenen Menschen entspricht und ihm auf dem Wege hin zu dem gro\u00dfen End &#8211; und Hauptziel weiterverhilft, verdient die Bezeichnung &#8222;w\u00fcrdig&#8220;. Alles, was ihn jedoch davon abh\u00e4lt, diesen menschlichen Bestimmungshaien zu erreichen, wird unw\u00fcrdig sein.Als erster Schritt ist daher die letzte und h\u00f6chste Stufe menschlicher Vervollkommnung klarzustellen, da mit wir den Bewertungsma\u00dfstab zur Unterscheidung der lobenswerten Charaktereigenschaften von den zu tadelnden gewinnen.Einige haben nur oberfl\u00e4chlich und ohne Weitsicht leider geglaubt, dass die Wahrheit des Menschen sich auf den sichtbaren K\u00f6rper besehrank und auch die Seele nur eine Eigenschaft und Nebenerscheinung desselbigen darstellt. Sie messen die Qualit\u00e4t menschlicher Attribute lediglich daran, ob sie dem Ideal eines optimalen k\u00f6rperlichen Zustandes und mit den Sinnen zu versp\u00fcrenden Wohlbefindens einsprechen oder nicht.Verzicht auf Verbotenes, Schamgef\u00fchle, Edelmut, Gerechtigkeitssinn und andere Tugenden stellen f\u00fcr sich alleine keinen selbst\u00e4ndigen Wen dar, das bedeutet, sie werden durchweg nur dann begr\u00fc\u00dft, wenn sie als Mittel zur Erreichung materieller Vorteile und weltliche Dinge herhallen k\u00f6nnen. Selbst absto\u00dfende Attribute wie L\u00fcsternheil, Begierlichkeit, Kriecherei, Arroganz, Betr\u00fcgerei, ja sogar Diskriminierung anderer und ihre Unterdr\u00fcckung &#8211; auch sie gellen an sich noch nicht als h\u00e4sslich, ausgenommen der Fall, dass die materiellen Ziele und finanziellen Vorteile indirekt oder direkt durch sie in Gefahr geraten w\u00fcrden.Grunds\u00e4tzlich schenkt man dem H\u00f6chstma\u00df an seelisch &#8211; geistiger Vollkommenheil und menschenw\u00fcrdigen hohen Gef\u00fchlen und geistigen Gen\u00fcssen, die doch um ein vielfaches st\u00e4rker und edler als die mit den Sinnen wahrnehmbaren Freuden sind, sehr wenig, wenn nicht \u00fcberhaupt keine Beachtung: Sie gelten als wertlos.Unter denen, die diese Anschauung vertreten, sagen wieder eine Reihe: &#8222;Was gut und was b\u00f6se ist, das hangt von der Meinung der Mehrheil ab. Alles, was in einer Gesellschaft von den meisten f\u00fcr gut gehei\u00dfen wird, gilt in dieser Gesellschaft als gut, auch wenn dasselbe in einer anderen Gesellschaft von der Mehrheil verurteilt und als h\u00e4ssliches Charaktermerkmal betrachtet werden sollte&#8220;.Wir haben hier nicht die Absicht, zur oben genannten Meinung den ausf\u00fchrlichen Gegenbeweis zu erbringen. Es w\u00fcrde den Rahmen dieser kurzen Abhandlung sprengen. Zudem haben gro\u00dfe Gelehrte in dieser Hinsicht bis ins Detail ihre Ansieht niedergeschrieben und in verschiedenen Werken \u00fcberzeugende Argumente und handfeste Beweise gegen diese Anschauung aufgef\u00fchrt. Wir beschr\u00e4nken uns hier nur darauf klarzustellen, was der Islam als Bewertungsma\u00dfstab f\u00fcr das Pr\u00e4dikat &#8222;schlecht&#8220; bzw. &#8222;gut&#8220; betrachtet.Er sieht in der menschlichen Existenz ein viel gr\u00f6\u00dferes und edleres Dasein als das so rasch dahinziehende und begrenzte Leben auf der Erdkugel.Der Islam betrachtet das weltliche Leben als eine Strecke, die der Mensch zur\u00fccklegt, und je mehr er von dieser Strecke hinter sich gebracht hat, umso mehr n\u00e4hert er sich dem ewigen Ziel.Im Islam steht die Welt um uns herum zu dem ewigen Dasein in einem Verh\u00e4ltnis wie die Sph\u00e4re, die das ungeborene Kind im Mutterleib erfahrt, zu der Welt, in die es sp\u00e4ter hineingeboren wird, sieht. Ja, im Vergleich zu letzterem Verh\u00e4ltnis ist das hiesige Dasein noch viel beengender und niedriger als die Existenz des Ungeborenen in der Geb\u00e4rmutter, wenn es neben dem ewigen zu Stehen kommt.Der Seele des Menschen wird durch Islam der Rang einer sehr hohen und edlen Erscheinung zugeordnet. Einer Daseinserscheinung, die eine au\u00dfergew\u00f6hnliche und hervorragende Entwicklung verdient. Wohingegen sich der K\u00f6rper auf eine lediglich organische Existenz beschr\u00e4nkt. Dies darf jedoch nicht zu dem Fehlschluss f\u00fchren, dass der Islam k\u00f6rperliche Vollkommenheilen und \u00fcberhaupt k\u00f6rperliche Dinge ohne jede Funktion wei\u00df, wie manche, die eine \u00dcbertreibung begehen und den K\u00f6rper als etwas vollkommen \u00fcberfl\u00fcssiges, wenn nicht sogar als einen St\u00f6rfaktor und ein Hindernis f\u00fcr die Entwicklung der Seele betrachten.Dem System der Sch\u00f6pfung wurde eine vollst\u00e4ndige Ordnung verliehen, die die bestm\u00f6glichste aller Ordnungen darstellt. Warum sollte sie es auch nicht sein, wo doch ihr ordnender Urheber absolut weise ist. Es wird in diesem Falle undenkbar sein, dass diese Ordnung etwas f\u00fcr die Existenz einer Erscheinung vorsieht, das diese Existenz an ihrer Fortentwicklung hindert. Daher stellt der K\u00f6rper des Menschen einen Teil seiner Wahrheit dar und dient als Mittel zur Entwicklung seiner Seele hin zu der h\u00f6heren Well. Wenn wir dem K\u00f6rper gerecht werden, wenn wir ihm weder mit Unter &#8211; noch mit \u00dcbertreibung begegnen, so wird er nicht nur kein Hemmschuh auf dem Wege der Vervollkommnung des Menschen sein, sondern ihm &#8211; im Gegenteil &#8211; auf diesem Wege hilfreich zur Seite stehen.Trotz alledem darf nicht erwartet werden, dass Islam der leiblichen H\u00fclle die gleiche Bedeutung wie der Seele zuordnet, dass er k\u00f6rperlichen Dingen f\u00fcr sich alleine einen selbst\u00e4ndigen Wert beimisst, so wie er es f\u00fcr die Erscheinungen des menschlichen Geistes und seiner inneren Vervollkommnung tut. Dies w\u00e4re ein deutliches Unrecht gegen\u00fcber den geistig &#8211; seelischen Werten.Die Stellung, die der Islam dem K\u00f6rper einr\u00e4umt, n\u00e4mlich die eines organischen Wertes, beruht auf der Regel &#8222;Existenzgebung, weil Erfordernis in der Existenzordnung vorhanden&#8220;. Anders formuliert: Da der K\u00f6rper in Wahrheil nur ein Werkzeug der Seele ist, geb\u00fchrt ihm auch nur die organische Wertstellung.Jenes Ideal der Vollkommenheit, das der Islam f\u00fcr den Menschen vorsieht, ist jedoch unabh\u00e4ngig. Die islamischen Bestimmungen und Gebote werden diesem Idealbild gem\u00e4\u00df aufgestellt und letzteres gilt als Ma\u00dfstab, wenn das Gute im menschlichen Charakter vom Schlechten getrennt werden soll. Diese Vollkommenheit wird immer Gl\u00fcck und Wohl im ewigen Leben zur Folge haben. Sie ist aber auch noch in sich abgestuft. Der niedrigste Rang der Vervollkommnung wird gleichbedeutend sein mit einem Wohlleben, angef\u00fcllt von Gen\u00fcssen, die unsere Sinne erfassen. Die h\u00f6chste Stufe jedoch spiegelt sich in der Erreichung vollst\u00e4ndiger Erkenntnis und Erlangung des dem Sch\u00f6pfer am n\u00e4chsten gelegenen Ranges.In Wahrheil lad der Islam zu dieser letzten allerh\u00f6chsten Vollkommenheit ein: den h\u00f6chsten Grad an Erkenntnis und den h\u00f6chsten Grad einer Ann\u00e4herung zu Gott. Alle Seelen weisen aber nicht die Starke und Gr\u00f6\u00dfe auf, weltliche und jenseitige leibliche Gen\u00fcsse s\u00e4mtlich Beiseitezulassen und nur noch die Nahe Gottes, des Erhabenen, zu wollen und zu sagen:<em><strong>&#8222;Ich wende mein Gesicht dem zu, der Himmel und Erde geschaffen hin. Ich tue dies mit Festigkeit und standhaft und bin kein G\u00f6tzendiener!&#8220;<\/strong><\/em>Oder zu denken; &#8222;Gott! Ich bete Dich nicht aus Angst vor der Verdammnis an oder aus Verlangen nach dem Paradies, sondern ich bete Dich an und diene Dir, weil Du es verdienst!&#8220;Da eben nicht jede Seele diesen h\u00f6chsten Grad erreicht, hat Islam in seiner Vervollkommnungslehre verschiedene Rangstufen vorgesehen. Jeder kann, seiner F\u00e4higkeit gem\u00e4\u00df, eine dieser Stufen erreichen. Kann bis dahin, wo es sein Eins\u00e4tzverm\u00f6gen erlaubt, sieh Vorw\u00e4rtsentwickeln.Fassen wir nun zusammen; Der Ma\u00dfstab zur Erkennung der Qualit\u00e4t einer Charaktereigenschaft, d.h. zur Erkennung, \u00fcb sie gut oder schlecht ist, liegt in ihrer Auswirkung auf das ewige Dasein. Es gilt zu sehen, ob diese Eigenschaft zur dortigen Gl\u00fcckseligkeil hinf\u00fchrt oder nicht.Wie geht der Islam bei der L\u00e4uterung des Charakters vor?Die Wege der charakterlichen L\u00e4uterung in diesem Dasein \u00fcberschreiten nicht den Rahmen der folgenden drei Methoden:Erste MethodeDas Wunschdenken der Menschen auf eine Reihe materiellen Wert und auf Prestigegewinn auszurichten und sie so zur Durchf\u00fchrung guter Handlungen und zum Verzicht auf h\u00e4ssliches Tun zu veranlassen, so dass mit und mit die edlen Eigenschaften verbreitet und die schlechten aus der Gesellschaft verbannt werden. Es wird zum Beispiel gesagt: Besitzt ein Mensch Eigenschaften wie Liebe zu Mitmensch und Vaterland, Tapferkeit und Gro\u00dfmut, so wird ihm schon im Leben allgemein Respekt und Sympathie entgegengebracht, und nach dem Tode werden die anderen sich im Guten an ihn erinnern.Diese erste Therapie zur Veredlung des Charakters weist jedoch Unzul\u00e4nglichkeilen auf. Die wichtigsten von ihnen sind:a) Die Ziele, die bei dieser moralischen Erziehung angestrebt werden, bestehen meist aus rein gedanklichen Vorstellungen und drehen sich um einen Gewinn an Prestige. Sie f\u00fchren nicht dazu, dass der Mensch eine wahre Vervollkommnung erzielt. Der, dessen Namen nach seinem Dahinscheiden in Ehre gehalten wird, dem wird nicht die geringste Freude an dieser Tatsache zuteil. Woher wird er dar\u00fcber erfahren, dass man sich unter den Lebenden seiner im Guten erinnert? Und sollte er es auch wissen, wird er sich unbedingt daran erquicken? Wie oft stellen wir nicht fest, dass ein gro\u00dfer Mensch nicht nur nicht \u00fcber ein Lob erfreut ist, sondern, im Gegenteil, es ihm gro\u00dfes Unbehagen bereitet. Er es absto\u00dfend findet.b) Obengenannte Methode verhilft zwar zum Teil zur Erlernung guter Eigenschaften, sie st\u00e4rkt und festigt aber auch negative wie falscher Ehrgeiz, sich hervorzutun und Lobpreis zu ernten. Nicht selten bringen gerade solche Attribute dem Menschen ebensoviel Schaden ein wie die guten Eigenschaften ihm Vorteile bieten. Diese Lernmethode beinhaltet quasi, dass der Mensch durch Aneignung neuer Fehler andere negative Eigenschaften ablegt bzw. h\u00f6here Eigenschaften erwirbt.c) Auch wenn wir als gegeben annehmen, dass der, der sich f\u00fcr Mitmenschen und Nation aufopfernd einsetzt, nach dem Tode weitergeehrt wird, so w\u00fcrde sich dieses Ph\u00e4nomen nur auf die jetzige Daseinswelt beschr\u00e4nken. Wie wir aber schon erw\u00e4hnten, kann dieser enge Lebensraum keinem Vergleich mit einer Existenz in der Ewigkeit standstalten. Weder von der F\u00fclle der guten Gaben und Freuden her gesehen noch hinsichtlich Vollkommenheit und Ansehen. Und auch nicht in Bezug auf Fortdauer und zeitlichen Bestand. Es leuchtet, wie gesagt, ein, dass das Begrenzte gar nicht dem Unbegrenzten gegen\u00fcbergestellt und an ihm gemessen werden kann.Zweite MethodeSie besteht darin, dass die inneren Vollkommenheiten dargestellt, die geistigen und seelischen Freuden hervorgehoben sowie die Rangstufen des Paradieses geschildert werden. An die frohe Botschaft von den herrlichen ewigen Gaben wird erinnert und an die Bedrohung durch die unvorstellbaren Leiden in der Verdammnis: die schwere g\u00f6ttliche Vergeltung. Dies alles dient zur Anregung des Menschen, sich hohe Tugenden anzueignen und vom schlechten zu l\u00f6sen.Die Schwachpunkte der ersten Therapie entfallen in dieser zweiten und alle von Gott Herhabgesandten Schriften (wie Thora und Evangelium) gingen von ihr aus. So finden wir auch im Heiligen Koran im Inhalt vieler Verse eine \u00dcbereinstimmung mit diesem Erziehungs- und Lehrstil. Ebenso wie in den meisten von Ethik und Moral handelnden \u00dcberlieferungen des geehrten Propheten und seiner reinen Familie.Dritte MethodeDie dritte Methode basiert auf dem Gedanken, dass alle Tugenden auf einen einzigen \u00dcberzeugungsmoment beruhen, n\u00e4mlich die \u00dcberzeugung von der Einzigkeit Gottes und alle damit verbundenen Konsequenzen. Durch St\u00e4rkung und Vervollst\u00e4ndigung dieser Gewissheit erfahren auch alle Eigenschaften, die diesem Grundprinzip entspringen eine Intensivierung und festigen sich. Andererseits r\u00fchren die H\u00e4sslichen Eigenschaften von da her, dass der Mensch etwas anderes als den Einzigen Gott verehrt. Durchtrennen wir die Wurzeln einer solchen G\u00f6tzenanbetung, so entziehen wir auch allen H\u00e4sslichkeiten und Verderbtheiten den N\u00e4hrboden.Die \u00dcberzeugung von der Alleinigkeit Gottes weist ebenso in sich Stufen auf wie der Irrglaube an falsche Gottbilder und G\u00f6tzen. Die Phase, in der der Gl\u00e4ubige bzw. der Ungl\u00e4ubige sich jeweils befindet, wird Bestand und Verwurzelung der Charaktereigenschaften beeinflussen, sie st\u00e4rker oder schw\u00e4cher werden lassen.Ein Entwicklungsabschnitt im Towhid &#8211; Verst\u00e4ndnis (Towhid = Glaube an den Alleinigen Gott) liegt da, wo der Mensch wei\u00df: Alles hat seinen Ursprung in Gott. Derjenige, in dem diese Erkenntnis festen Fu\u00df gefasst hat, in dem nagt nicht mehr der Neid um Wohlstand, Ansehen und Gr\u00f6\u00dfe anderer. Ihm steht jener gegen\u00fcber, der nicht zu diesem Wissen gelangte und, anstatt dass er Gott als den einzigen und weisen Geber von Dingen wie Wohl und Ansehen betrachtet, nach anderen Ursachen Ausschau h\u00e4lt und diesen Ursachen einen von Gott unabh\u00e4ngigen Einfluss beimisst, was nichts anderes bedeutet, als dass er Ihm andere G\u00f6tter beigesellt. Die Eifersucht auf Hab und Gut und Wohlbefinden anderer wird ihn qu\u00e4len und manchmal so weil treiben, seine Mitmenschen zu bel\u00e4stigen und zu sch\u00e4digen, es sei denn er trennt sich von dieser h\u00e4sslichen Eigenschaft auf einem anderen Wege als durch die Einsicht in Gottes Alleinmacht.Auf einer h\u00f6heren Stufe als die zuvor genannte der Towhid &#8211; Erkenntnis bewegt sich der Rechtgl\u00e4ubige, wenn er in allem Existierendem das Eigentum Gottes sieht und nichts und niemanden sonst als selbst\u00e4ndigen Eigent\u00fcmer betrachtet, sondern nur Ihn, den Alles erschaffenden. Alles Sch\u00f6ne und Gute auf Erden und auch die, die dieses Sch\u00f6ne und Gute in H\u00e4nden hallen: Sie alle sind aus der Sicht eines solchen Menschen Gott untenan, sind nichts anderes als Ihm unterstelltes Gesch\u00f6pfes.In einer solchen Denkweise bleibt f\u00fcr Eifersucht und Habgier und \u00e4hnliche H\u00e4sslichkeiten kein Raum mehr. Ein Mensch, der sich der Alteinmacht seines Erschaffers bewusst und gewiss wurde, setzt nur auf Gott Hoffnung und f\u00fcrchtet sich auch vor niemand anderem als vor Ihm. Er wird weder auf etwas versessen sein und nach einer Sache gieren, noch wird er sich feige verhalten oder mit \u00e4hnlichen Schw\u00e4chen abplagen m\u00fcssen. Dazu kommt seine innere Zuversicht nur auf Gott und sein Wunschdenken, dass sich ebenfalls ausschlie\u00dflich auf dem Wege Gottes, zu Gott, bewegt. Einen solchen Menschen werden deshalb auch nur noch hohe Eigenschaften schm\u00fccken und auszeichnen.Jedoch: Die Towhid &#8211; Gewissheil kann eine noch exzellentere Form annehmen, eine noch vollst\u00e4ndigere und genauere. Hier bleibt nicht mehr die geringste Spur von charakterlicher Verderbnis bestehen, und dies ist es, was wir zum ersten Male auf diese Weise im Islam antreffen:Der Mensch wei\u00df Gott als die einzige unabh\u00e4ngige Existenz. Sein Sein ist unbegrenzt. Ist ewig. Er umfasst die Gesamtheit aller Wellen, aller Dinge, aller Ursachen, aller Situationen des Existierenden und die Richtungen, in die es sich fortbewegt. Und auch nicht das winzigste Teilchen unter den unz\u00e4hlbaren Teilchen der Welt besteht, ohne von Seinem Heiligen Wesen, von innen und au\u00dfen her, erfasst zu werden. Alles Sein wird nur auf Seinem Sein beruhen und mit ihm in Verbindung stehen.Diese Stufe des Towhidverst\u00e4ndnisses, des Glaubens an den Einen und Alleinigen Gott, geht nicht unbeachtlich \u00fcber die Erkenntnisse des menschlichen Verstandes in vorislamischer Zeit hinaus. Es veredelt auch jenes, was in den vorangegangenen von Gott gesandten Schriften stand. Gibt dem Towhid &#8211; Glauben, zu dem die Propheten vor Prophet Mohammad (Friede sei mit allen ihnen) einluden, eine h\u00f6here Form. Eine noch feinere, edlere, wertvollere.Diesem Thema tiefer nachzugehen w\u00fcrde hier zu speziell werden und \u00fcber das Niveau des Buches hinausgehen. Wir begn\u00fcgen uns daher mit diesen wenigen Ausf\u00fchrungen und bitten den Einzigen G\u00fclt, er m\u00f6ge uns mit der Erkenntnis und Verwirklichung dieser h\u00f6chsten Stufe des Ein &#8211; Gott &#8211; Glaubens segnen.Abschlie\u00dfend sei nur noch gesagt: Der Drittgenannte Weg zur L\u00e4uterung des Charakters ist zwar h\u00f6her und wertvoller als alle anderen Wege, da er aber nicht mehr dem Durchschnittsniveau menschlicher Erkenntnisse entspricht, hat Islam auch die vorangegangene zweite Methode ins Auge gefasst und wendet auch sie an. Der Grund daf\u00fcr liegt in der Tatsache, dass die Mehrheit der Gesellschaft normalerweise, wenn ihnen etwas versprochen oder sie vor etwas gewarnt werden, die g\u00f6ttliche Lehre eher akzeptieren, als wenn sie auf sehr hoher Erkenntnis basiert.Worte der Gro\u00dfen des Islam zu Fragen der Erziehung, Ethik und Moral<em><strong>&#8222;Was die, dir mir folgen am meisten ins Paradies einkehren l\u00e4sst, sind Gottesfurcht, Freundlichkeit und Anstand&#8220;<\/strong><\/em>Prophet Mohammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie)<em><strong>&#8222;Wer eine h\u00f6here Vernunft und einen vollkommeneren Geist besitzt, der ist freundlicher und besser als die anderen&#8220;<\/strong><\/em>Imam Sadeq (gegr\u00fc\u00dft sei er)<strong><em>&#8222;Ihr m\u00f6chtet, dass Euch Eure Kinder in Bezug auf Liebe und G\u00fcte gerecht behandeln, so behandelt auch Ihr sie gerecht!&#8220;<\/em><\/strong>Prophet Mohammad (Friede sei mit ihm und seiner Familie)<strong><em>&#8222;Das h\u00e4rteste Herz ist das Herz des Rachs\u00fcchtigen. Seine Seele leidet st\u00e4ndig unter Folter und Peinigung.&#8220;<\/em><\/strong>Imam Ali (gegr\u00fc\u00dft sei er)Weitere Worte des Propheten\u00a0<strong><em>&#8222;Gott sind jene am liebsten, die am meisten ihren Mitmenschen n\u00fctzen.&#8220;<\/em><\/strong><em><strong>&#8222;Am Tag der Auferstehung nimmt derjenige bei Gott den h\u00f6chsten Rang ein, der sich mehr als alle anderen f\u00fcr das Wohl der Menschen und Gl\u00e4ubigen eingesetzt hat.&#8220;&#8220;Immer wenn zwei Menschen zusammensitzen, ist der bei Gott angesehener, der sich freundlicher und umg\u00e4nglicher verh\u00e4lt. Und auch sein Lohn bei Gott ist h\u00f6her.&#8220;<\/strong><\/em>(aus dem Buche Wafi)Weitere Worte von Amir &#8211; AI &#8211; Mumeinin Ali (gegr\u00fc\u00dft sei er)<em><strong>&#8222;Solange Eure Zungen frei, Eure Glieder heil. Eure K\u00f6rperteile geschmeidig und bereit und der Raum zum Handeln offen steht, setzt Euch beherzt ein, begeht gute Taten, bis da, wo noch die M\u00f6glichkeit besieht. Bevor Euer Lebensbuch geschlossen wird und die Gelegenheit (zum guten Handeln) wie fl\u00fcchtige Wolken aus dem Blickfeld forteilen.&#8220;Der Prophet des Islam (Friede sei mit ihm und seiner Familie) hat immer gesagt:<\/strong><\/em><strong><em>\u00a0&#8222;Niemals wird sich ein Volk dem Wohl und Gl\u00fcck gegen\u00fcbersehen, wenn es sich nicht das Recht der Schwachen ernsthaft und entschlossen bei den Starken holt.&#8220;<\/em><\/strong>&#8222;Nahg &#8211; ul &#8211; Balageh&#8220;<strong><em>&#8222;Wer, um den Leuten zu gefallen, Gott erz\u00fcrnt (und Recht und Gerechtigkeit missachtet), mit dem wird weder G\u00fclt zufrieden sein noch Gottes Volk.&#8220;<\/em><\/strong>Derjenige aber, der um Gottes Wohlgefallen willen auf die Zustimmung anderer verzichtet (der gerecht und redlich verfahrt, ohne es diesem und jenem recht zu machten), der wird sowohl Gott als auch Gottes Volk zufrieden gestellt haben. <\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Professor Mesbah Yazdi Was Bedeutet &#8222;Charakter&#8220; und wie entsteht er?Bevor<a href=\"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/archive\/168\">mehr<i class=\"fa fa-long-arrow-right\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":169,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-168","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel-und-literaur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=168"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/168\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":170,"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/168\/revisions\/170"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/169"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}