{"id":183,"date":"2019-07-13T23:01:47","date_gmt":"2019-07-13T21:01:47","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ahlebeyt-de\/?p=183"},"modified":"2019-07-14T22:26:29","modified_gmt":"2019-07-14T20:26:29","slug":"die-wichtigen-aufgaben-der-ueberlebenden-von-kerbala","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ikab.ch\/de\/archive\/183","title":{"rendered":"Die wichtigen Aufgaben der \u00dcberlebenden von Kerbala"},"content":{"rendered":"<div class=\"post-content\">\n<p><strong>Die wichtigen Aufgaben der \u00dcberlebenden von Kerbala<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der 11. Muharram ist der wichtigen Tage der islamischen Geschichte. Man dachte, dass das Ereignis von Karbala im Muharram des 61. Jahres der Hidschra am Tag von Aschura das Ende sei. Denn an diesem Tag wurde Imam Hussein (as) mit seinen 72 Getreuen get\u00f6tet. Von den M\u00e4nnern blieb nur Hasrate Zain-ul-`Abedin (as) \u00fcbrig. Und das auch nur, weil er krank-heitsbedingt nicht imstande war, aufzustehen, geschweige denn an den Kampf-handlungen teilzunehmen.Jazids Handlanger enthaupteten die M\u00e4rtyrer und lie\u00dfen ihre reinen K\u00f6r-per auf dem Boden liegen. Sie z\u00fcndeten die Zelte Imam Husseins (as) und seiner Familienmitglieder an. Ihr Gel\u00e4chter ert\u00f6nte in der W\u00fcste. Sie betrachteten sich als Sieger und dachten, alles sei zu ihren Gunsten ausgegangen. Daher haben sie mit gro\u00dfer Freude die trauernden und tief betr\u00fcbten Familienangeh\u00f6rigen gefan-gen genommen und sie samt den H\u00e4uptern der M\u00e4rtyrer von Karbala nach Kufa gebracht, damit sie von Ubeidullah belohnt w\u00fcrden.Aber in Wirklichkeit fand ab dem 11. Muharram der Aufstand Imam Husseins (as) durch das \u00dcberleben seiner Familienmitglieder einen neuen H\u00f6-hepunkt und zwar durch die Enth\u00fcllung des wahren Gesichts von Jazid und sei-ner Handlanger. Ihr unheilvolles, teuflisches Ziel war die Vertilgung des Islams und die R\u00fcckkehr zum vorislamischen Heidentum.Als der Imam sich entschloss, seine Familienmitglieder nach Kufa mitzu-nehmen, versuchten manche angesehene Leute, ihn davon abzuhalten. Als Ant-wort sagte ihnen der Imam: &#8222;Mein Gro\u00dfvater, der Prophet Gottes, der mir den Aufstand befahl, obwohl es zu meinem M\u00e4rtyrertum f\u00fchren wird, ordnete an, auch meine Familie mitzunehmen, obwohl sie in Gefangenschaft geraten wer-den.&#8220;Und so wurde die Gefangennahme der Familie Imam Husseins zur zwei-ten Phase des ewigen Aufstandes Imam Husseins (as). Ich habe in meiner vori-gen Ansprache darauf verwiesen, dass manche Menschen in der Zeit Imam Husseins (as), wie z. B. die Einwohner von Scham, den Islam nicht genau kannten. Manche von ihnen wurden trotz ihres Wissens durch die Liebe zu den verg\u00e4nglichen Dingen und ihre Habsucht irregef\u00fchrt. Sie entbehrten des religi\u00f6-sen, ja sogar des menschlichen Gewissens.Unter solchen Bedingungen waren die gro\u00dfen Ziele des Aufstands Imam Husseins (as), wie die Aufkl\u00e4rung der Unwissenden, die Wachr\u00fcttelung der be-nebelten Gewissen und die F\u00fchrung der Menschen auf den geraden Weg, nur durch das Schahada (M\u00e4rtyrertum) Imam Husseins und seiner Getreuen m\u00f6glich war.Denn die verbrecherische Bande Jazids h\u00e4tte ihn sonst als Schuldigen und Abenteurer denunziert. Schon vorher hatte der Richter Schureih (Gottes Fluch sei auf ihm!) das Todesurteil \u00fcber den Imam ausgesprochen. Jazid h\u00e4tte sich an-schlie\u00dfend sogar reinwaschen und als dem Hause des Propheten ergeben zeigen k\u00f6nnen. Ohne die Gefangennahme\u00a0<br>der Familie des Imams, die damit verbunde-ne weitere Verk\u00fcndigung des Schahada der M\u00e4rtyrer und die Erl\u00e4uterung der Ziele des Aufstands und der ungerechten Unterdr\u00fcckung des Imams und seiner Getreuen, w\u00e4re die blutige heilige Erhebung Imam Husseins (as) wie Wasser im Sand verlaufen.Gerade die Aufgabe seiner Hinterbliebenen war um vieles schwerer als das Kampfgeschehen selbst. Denn sie trugen das schwere Leid und die Trauer \u00fcber den heldenhaften, aber grauenvollen Tod der M\u00e4rtyrer und hatten zu dem furchtbaren Leid diese schwere Aufgabe nach all der Drangsal auf sich zu neh-men.Auf die Frage an Imam Sadschad (as), was nach Aschura am schwierig-sten gewesen sei, sagte der Imam: &#8222;Scham war bei weitem schwieriger.&#8220; Das bedeutet, dass die Gefangenschaft viel schmerzhafter als der Aufstand und das M\u00e4rtyrertum auf dem Schlachtfeld war.Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass die T\u00f6chter von Imam `Ali (as) Zeynab (sa) und Umm-ul-Kulsum vor ihrer Gefangenschaft zwanzig Jahre in Kufa ihr Leben in allen Ehren und von den Bewohnern respektiert verbrachten. Aber Ubeidullah brachte die Familie Imam `Alis (as) gefesselt in diese Stadt und in seinen Palast, w\u00e4hrend die K\u00f6pfe der heiligen M\u00e4rtyrer auf den Lanzen hin- und herschwankten. Ubeidullah, der die Frauen und T\u00f6chter Imam Husseins (as) nicht ermorden konnte, wollte sie auf eine Art erniedrigen, dass ihr Leben t\u00f6dli-cher als ihr Tod w\u00fcrde.Es kam aber anders. Denn Imam Sadschad (as) und Hasrate Zeynab (sa) haben mit ihren Reden die Bewohner Kufas auf ihre sch\u00e4ndliche Tat hingewie-sen, sodass sie ihre Untaten bereuten. Der Vers des heiligen Qurans (Sura Fur-qan, Aya 27) beschreibt den Zustand solcher Frevler: &#8222;Am Tage, da der Frevler sich in die H\u00e4nde bei\u00dfen wird, spricht er: \u201aOh w\u00e4re ich doch den Weg mit dem Gesandten gegangen.'&#8220;Die Stadt Kufa war nach nicht allzu langer Zeit die St\u00e4tte des Aufstands der &#8222;Umkehrenden und Bereuenden&#8220;. Viele Bewohner Kufas begannen Blutra-che zu nehmen, und so blieben die Omajjaden erfolglos, und haben ihr unheil-volles Ziel nicht erreicht. Die aufsehenerregende Rede von Hasrate Zeynab vor den Zuschauern, die sich um die Karawane der Gefangenen und der abgeschnit-tenen K\u00f6pfe versammelt hatten, erweckte Erinnerungen an die Reden Imam `Alis (as). Man dachte, es sei Imam `Ali (as), der so feurig und weise redete.Hasrate Zeynab sagte: &#8222;Oh ihr Bewohner von Kufa, ihr hinterlistigen Ver-r\u00e4ter. Eure Augen sollen immer voller Tr\u00e4nen bleiben, eure Brust soll immer voller Seufzer sein. Ihr gleicht einem alten Weib, das ihren ganzen Garn zerriss, den sie gesponnen hatte. Euer Versprechen ist bedeutungslos und euer Schwur ist ohne Wert. Was habt ihr au\u00dfer Angeberei und Eigenlob? Ihr seid wie jene Sklaven, die nach au\u00dfen hin nur schmeicheln k\u00f6nnen, aber im Geheimen mit den Feinden kollaborieren. Ihr gleicht einer frischen Pflanze, die auf dem Mist-haufen gewachsen ist&#8230;..Welch schlechten Vorrat habt ihr euch f\u00fcr das Jenseits gesammelt! Nichts au\u00dfer den Zorn Gottes und die Qual der H\u00f6lle. Und ihr weint?! Ja, weint nur, denn bei Gott, euch geb\u00fchren nur Tr\u00e4nen. Angesichts solcher Schandtaten blei-ben euch nur Tr\u00e4nen. Welchen Schaden habt ihr euren Seelen zugef\u00fcgt, die mit keinem Wasser zu reinigen sind. Welche Schmach ist \u00e4rger als die Ermordung des Enkels des Propheten und des Herrn der J\u00fcnglinge im Paradies, eines Man-nes, der f\u00fcr euch das Licht auf eurem Weg und der Helfer in eurer Not war.Tod \u00fcber euch. Ihr sollt vor Schande die K\u00f6pfe h\u00e4ngen lassen. Mit einem Mal habt ihr eure fr\u00fcheren Verdienste verspielt und f\u00fcr die Zukunft habt ihr nichts mehr in der Hand. Ihr werdet ab nun nur in Niedertracht und Verlegenheit leben, weil ihr euch den Zorn Gottes zugezogen habt. Euer Verbrechen ist so gewaltig, dass sich die Erde beinahe spalten und die Berge fast zerfallen w\u00fcrden.Wisst ihr, welches Blut ihr vergossen habt? Wisst ihr, wer diese Frauen sind und welche M\u00e4dchen ihr unverh\u00fcllt in aller \u00d6ffentlichkeit zur Schau ge-stellt habt? Wisst ihr, dass ihr das Herz des Propheten blutig verletzt habt? Was f\u00fcr eine h\u00e4ssliche, sch\u00e4ndliche und t\u00f6richte Tat! Eine Tat, deren Sch\u00e4ndlichkeit die ganze Welt erf\u00fcllt. Wundert ihr euch, dass der Himmel Blut regnet?Ihr sollt aber dessen gewiss sein, dass die Verachtung und Erniedrigung im Jenseits noch \u00e4rger ist. Ihr sollt euch nicht t\u00e4uschen, wenn Gott euch nicht sofort bestraft daf\u00fcr, was ihr verbrochen habt. Gott bestraft nicht sofort, aber die Bluttat an den Schuldlosen l\u00e4sst er nicht unbestraft. Gott wird alle Rechnungen begleichen.&#8220;Diese ergreifende, hohe Rede, die einem betr\u00fcbten Herzen entsprang und von einem tiefen Glauben an Gott erf\u00fcllt war, l\u00f6ste gro\u00dfe Entr\u00fcstung und Trauer unter den Zuh\u00f6rern aus. Die Karawane der Gefangenen wurde in den Palast von Ibn-Ziad gef\u00fchrt. Er hatte zu einer feierlichen Versammlung aufgerufen, um sei-ne Macht zu demonstrieren. Ibn-Ziad bildete sich ein, besonders erfolgreich ge-wesen zu sein. Denn Imam Hussein (as) und seine Getreuen waren bereits tot, seine Frauen und T\u00f6chter hatte er gefesselt vor sich, alles schien bereits zu En-de. Er f\u00fchlte sich als Sieger und den Propheten betrachtete er als Besiegten. Er sagte zu den Gefangenen: &#8222;Lob sei Gott, der euch blo\u00dfstellte und eure L\u00fcge ent-h\u00fcllte.&#8220;F\u00fcr einen Tyrann, der keinen R\u00fcckhalt au\u00dfer Willk\u00fcr hat, ist nichts schmerzhafter und zerst\u00f6rerischer als ihn durch die Herabw\u00fcrdigung seiner Macht zu verh\u00f6hnen. Es kam zu einem neuen H\u00f6hepunkt der Bewegung Imam Husseins (as) und zwar wieder durch die treue \u00dcberbringerin seiner ewigen Bot-schaft Zainab (sa).Nun begann sie zu reden. Sie sprach derart tapfer und standhaft, als ob nichts geschehen w\u00e4re, als ob niemand aus ihrer Familie get\u00f6tet oder gefangen genommen worden w\u00e4re.Sie sagte: &#8222;Gepriesen sei Allah, der uns im Namen des Propheten Mu-hammad Wohlwollen entgegenbrachte. L\u00fcgen werden nur Frevler und Ehrlose, blamiert und gesch\u00e4ndet wird nur der Frevler. Wir sind aber nicht so wie ihr es seid.&#8220;Der Sohn Ziads hob noch einmal das Haupt, das er h\u00e4ngen lassen wollte, er stand mehr aufrecht und versuchte noch einmal sie zu attackieren: &#8222;Hast du erlebt, was Gott mit deinem Bruder machte?&#8220; fragte er sie mit seiner verbreche-rischen, unversch\u00e4mten Miene.Die Antwort Zainabs war noch h\u00e4rter f\u00fcr ihn: &#8222;Ich sah nichts au\u00dfer Sch\u00f6nheit und der Gnade Gottes. Mein Bruder und seine treuen Nachfolger be-gingen den Weg, den Gott wollte. Sie haben den ehrenhaften Tod voller Tugen-den, das Schahada, gew\u00e4hlt und sich den Segen Gottes angeeignet.Aber Du, Sohn Ziads! Mache Dich bereit f\u00fcr die Strafe, die du wahrlich verdienst.&#8220; Der Sohn Ziads lies den Kopf gebrochen und niedergedr\u00fcckt in tiefer Frustration h\u00e4ngen. Zainab verursachte mit ihrer Rede Aufruhr in der Stadt und Ubaidullah wurde zutiefst erniedrigt.Der einf\u00e4ltige Feind dachte sich, im Palast von Jazid in Damaskus w\u00fcrde der Widerstand der Gefangenen gebrochen und so schickte man die Karawane nach Damaskus. Aber Zainab (sa) sprach sowohl in Damaskus, in Jazids Palast und der Omajjaden-Hauptmoschee. Das Volk wurde erst durch diese Reden \u00fcber die Wahrheit \u00fcber Jazid und seine Mitt\u00e4ter informiert, dass er ein Trinker, Spie-ler, Unterdr\u00fccker und blutr\u00fcnstiger Tyrann war und nicht kompetent der Nach-folger des Propheten zu sein.Das normale Volk war n\u00e4mlich unter dem starken Einfluss der Propagan-da und Irref\u00fchrungen von Jazid und andererseits durch die Unkenntnis \u00fcber den Quran und die echte Tradition des Propheten davon \u00fcberzeugt, dass Hussein (as) ein ungerechter Aufr\u00fchrer und Unheilstifter w\u00e4re.Die Menschen waren aber durch die Reden von Zainab (sa) so traurig be-eindruckt, dass Jazid, um die \u00f6ffentliche Meinung zu beeinflussen, zur Ent-schuldigung und um sich reinzuwaschen, die Gefangenenkarawane zwangsweise nach Medina schickte.Durch diesen langen Prozess der schmerzlichen Zwangswanderungen der engsten Familienmitglieder Imam Husseins wurde die zweite Etappe des Aschuraaufstandes vollendet, d. h. das \u00dcberbringen der Botschaft des Schahada an das irregef\u00fchrte Volk. Nur so konnte dieser Aufstand die Farbe der Ewigkeit und ewige G\u00fcltigkeit erhalten.Der Friede sei mit Dir, oh Hussein ibn `Ali, Du Herr der Freim\u00fctigen in der Welt, Du Herr und F\u00fchrer der M\u00e4rtyrer.Der Friede Gottes sei mit den in ihrem Blut ertr\u00e4nkten treuen Freunden Husseins (as) und M\u00e4rtyrern Karbalas.Und der Friede Gottes sei mit dem von Schmerz gezeichneten Haus Abi Abdullahs, den Botschaftern des Sieges der Gerechtigkeit \u00fcber die Ungerechtig-keit und des Blutes \u00fcber das Schwert; die Botschafter die die Verk\u00fcnder des entg\u00fcltigen Sieges des Wahren \u00fcber das Unwahre sind.Oh Gott, Du Allm\u00e4chtiger, schenke uns das gute und rettende Wort der F\u00fcrsprache von Hussein (as) am Tage des Ablegens der Rechenschaft!Wa-s-salamu `alaikum wa rahmat-u-llah! <\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wichtigen Aufgaben der \u00dcberlebenden von Kerbala Der 11. 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