Stellungnahme zur Tätigkeit, Identität und Unabhängigkeit des Islamisch- Kultureller Zentrum AhleBeyt as (IKAB)
Gemäss Grundbuchunterlagen ist die Islamische Republik Iran Eigentümerin der Stockwerkeinheit im dritten Stock dieses Gebäudes. Dennoch sind die Aktivitäten des Zentrums (IKAB) rechtlich vollständig davon getrennt. Das Zentrum agiert als rechtlich eigenständiger Verein nach schweizerischem Vereinsrecht. Das physische Eigentum an dieser Stockwerkeinheit hat keinerlei Einfluss auf die interne Verwaltung oder die strategische Ausrichtung unseres Vereins. Dies ist kein Geheimnis und den Schweizer Behörden bekannt, da der Immobilienkauf durch einen Staat ein diplomatischer Prozess ist und spezieller Bewilligungen bedarf.
Alle Vorstandsmitglieder und religiösen Verantwortlichen dieses Zentrums arbeiten vollständig ehrenamtlich. Es werden keinerlei Gehälter oder Entschädigungen an Mitglieder oder Prediger ausgezahlt. Sämtliche Kosten werden ausschliesslich durch Spenden und freiwillige Beiträge der Besucher finanziert.
Herr Mahmood Khalilzadeh ist Theologe und gewählter Präsident des Vereins. Er ist eine unpolitische und religiöse Persönlichkeit, die allgemeine Akzeptanz geniesst. Es ist für unseren Verein eine Ehre, eine so profilierte Persönlichkeit an unserer Spitze zu haben. Sein Ruf ist so gefestigt, dass ihn sogar andere religiöse Zentren bitten, deren Leitung zu übernehmen. Zudem ist er offizieller Bevollmächtigter (Wakil) von mehreren anerkannten religiösen Autoritäten (Marja-e-Taqlid), was seine theologische Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen unterstreicht.
Die inhaltliche Ausgestaltung unserer religiösen und kulturellen Aktivitäten liegt ausschliesslich in der Verantwortung unseres Vereins. Die Anerkennung von Staaten ist eine politische Aufgabe, keine religiöse. Unser Verein bekennt sich bedingungslos zu den universellen Menschenrechten und verurteilt jegliche Form von Folter oder Gewalt ausdrücklich. Der Begriff «Schahid» (Märtyrer) wird rein theologisch zur Ehrung von Opfern (z. B. bei Attentaten oder Unfällen) verwendet und stellt keine politische Billigung dar.
Bezüglich der Vorwürfe gegen Scheich Hassan Alasgari halten wir fest: Nach unserem Kenntnisstand war er lediglich ein einziges Mal als punktueller Gastredner im mittlerweile geschlossenen IZH Hamburg eingeladen; es bestand keine strukturelle Zusammenarbeit. Seine Teilnahme an bewilligten Kundgebungen in der Schweiz diente der Verteidigung der Menschenrechte von Muslimen und Zivilisten und war keine politische „Quds-Tag“-Veranstaltung. Alle Genehmigungen liegen vor.
Der Vorwurf zum Vorfall von 2023 (nach dem Freitagsgebet), er habe Hinrichtungen befürwortet, ist eine bewusste Fehlinterpretation und Verleumdung. Zwei Personen – von denen eine zuvor Kontakt zum Zentrum pflegte – besuchten das Freitagsgebet und versuchten unmittelbar danach, Herrn Alasgari durch suggestive Fragen in eine Falle zu locken. In der vorhandenen Audioaufnahme ist deutlich zu hören, wie sie ihn beharrlich und fälschlicherweise als „Ayatollah“ oder „Marja-e-Taqlid“ (religiöse Instanz) ansprachen, um seinen Antworten ein politisch-religiöses Gewicht zu verleihen, das seiner tatsächlichen Funktion nicht entspricht. Seine Antworten bezogen sich jedoch ausschliesslich auf einen rein historisch-theologischen Kontext des Früh Islam (eine spezifische Epoche vor 1400 Jahren). Drei Persischsprachige Zeugen (aus dem Iran und Afghanistan) können bestätigen, dass es eine rein religiöse Erörterung war. Wir fordern eine fachgutachterliche Prüfung der vollständigen Audioaufnahme.
In der Schweiz leben nach Schätzungen der Iranischen Botschaft über 15’000 Iranerinnen und Iraner. Die grosse Mehrheit pflegt eine tiefe Bindung zur Heimat. Viele dieser Menschen stehen in engem Kontakt mit unserem Zentrum und bringen uns grosses Vertrauen entgegen (bei Hochzeiten, religiösen Fragen oder Trauerfeiern). Wenn Landsleute unsere Räumlichkeiten betreten, sagen sie oft: „Es fühlt sich an, als ob wir in den Iran zurückgekehrt wären.“ Die aktuelle Lage ist sehr emotional. Wir beobachten eine bemerkenswerte Solidarität: Anstatt zu fliehen, reisen derzeit viele Iraner aus dem Herzen Europas zurück in den Iran, um trotz der Bedrohung durch Bombardierungen bei ihren Familien zu sein (wie Berichte türkischer Nachrichtenagenturen dokumentieren).
Der Iran steht mit 90 Millionen Menschen und über 10 Millionen Flüchtlingen vor gewaltigen Herausforderungen. Zudem liegt das Land auf einer Haupttransitroute des internationalen Drogenhandels und zahlt seit Jahrzehnten einen hohen Preis für dessen Bekämpfung. Darüber hinaus war und ist der Iran mit äusserst schwerwiegenden Problemen durch internationale Sanktionen konfrontiert. Kaum ein anderes Land könnte unter der Last derartiger Herausforderungen bestehen; der Grossteil der aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist direkt auf diese Sanktionen zurückzuführen.
Unsere Aktivitäten (ca.30 Jahren )sind ausschliesslich religiöser und kultureller Natur. Trotz schwerwiegender Vorfälle – wie Farbangriffe auf das Gebäude, die Schändung des Heiligen Korans (Zerreissen/Urinieren) sowie versuchte Brandstiftung – sind unsere Türen stets offen geblieben. Alle Vorfälle sind der Polizei gemeldet. Von unserem Zentrum geht keinerlei Gefahr aus. Wir bedanken uns herzlich bei den Schweizer Behörden und der Bevölkerung für den Schutz unserer religiösen Freiheit und Wir verurteilen den Krieg gegen den Iran im Einklang mit der UN-Charta und fordern mit Nachdruck die Beendigung des Krieges.