In der hektischen Welt von heute vergessen wir oft, dass all unser Streben eigentlich einem sicheren Ort der Ruhe gilt – das, was wir im spirituellen Sinne „die Nähe zu Gott“ nennen. Doch diese Nähe ist nicht so kompliziert, wie sie oft in dicken Büchern beschrieben wird. Einfach gesagt, ist die Nähe zu Gott wie die Freundschaft zwischen zwei Menschen: Je mehr unser Charakter und unser Handeln den Eigenschaften Gottes ähneln, desto näher kommen wir Ihm. Gott ist vergebend, geduldig und barmherzig. Jedes Mal, wenn wir bereit sind zu verzeihen oder in schwierigen Zeiten Geduld zeigen, gehen wir einen Schritt auf diesem Weg. Diese Nähe misst sich nicht in Metern oder Kilometern, denn Er ist uns „näher als unsere eigene Halsschlagader“; sie ist eine Sache des Herzens. Wenn wir lernen, in den kleinen und großen Entscheidungen des Lebens das Wohlgefallen Gottes über unsere eigenen egoistischen Interessen zu stellen, haben wir den Weg der Freundschaft mit Ihm betreten.
Die Frucht dieser Freundschaft ist weit mehr als nur ein persönliches Gefühl. Sie schenkt uns innere Ruhe und psychische Sicherheit, die uns in den Stürmen des Lebens standhaft macht, und verleiht uns die Weisheit, richtig von falsch zu unterscheiden. Wer Gott nahe ist, verbindet sich mit einer Quelle der Kraft, die ihn von der Sklaverei der eigenen Begierden befreit und seinen Willen für das Gute stärkt. Doch die schönste Wirkung zeigt sich, wenn diese Nähe über das Herz des Einzelnen hinausgeht und in die Gesellschaft einfließt. Wenn Menschen nach göttlicher Nähe streben, verwandelt sich die Gesellschaft von einem Ort des Egoismus und Wettbewerbs in einen Raum voller Vertrauen, Opferbereitschaft und Nächstenliebe. In einer solchen Gemeinschaft tritt Ehrlichkeit an die Stelle von Täuschung, und Frieden ersetzt den Groll. Tatsächlich gilt: Je näher die Menschen Gott kommen, desto näher kommen sie einander. Dies ist der größte soziale Wandel, der Gerechtigkeit und kollektiven Frieden bringt, da jeder versucht, ein Spiegelbild der göttlichen Güte auf Erden zu sein.
IKAB,10.01.2026
